Kapitel 5 – ?rger liegt in der Luft
Ein neuer Tag begann, still und unscheinbar – doch in Jayden war nichts mehr ruhig. Seit Tagen spürte er eine Anspannung, die er nicht abschütteln konnte. Zwischen ihm und Chen hatte sich etwas ver?ndert. Es lag in den Blicken, im Schweigen zwischen den Worten, in der Art, wie Chen manchmal seinen Namen sagte – leiser als sonst, fast z?rtlich.
Beim Frühstück sa?en sie nebeneinander, wie so oft. Chen grinste und fragte beil?ufig:
?Hast du schon überlegt, welchem Club du beitreten willst?“
Jayden hob überrascht den Blick.
?Club? Warum sollte ich?“
?Weil’s Spa? macht“, antwortete Chen mit einem Zwinkern. ?Und weil man dort Leute trifft, die dieselben Interessen haben.“
Jayden l?chelte flüchtig, doch in ihm zog sich etwas zusammen. Leute treffen … N?he … Vertrauen.
Das alles klang so einfach, wenn Chen es sagte. Für ihn war es nie einfach gewesen.
Sp?ter sprach er mit Jonathan darüber.
?Du zeichnest doch gern“, meinte der. ?Das passt perfekt zum Zeichenclub.“
Jayden nickte nur. Vielleicht hatte Jonathan recht. Vielleicht brauchte er etwas, das ihn ablenkte – etwas, das ihm half, wieder zu atmen.
Am n?chsten Tag trat er dem Club bei. Der Raum war hell und roch nach Papier und Farben. Ein Gefühl von Frieden lag in der Luft – bis er Akira sah.
?Hallo, ich bin Akira“, sagte der freundlich.
Jayden nickte nur.
Es war ein kurzer Moment, kaum von Bedeutung.
Zumindest dachte er das.
Doch schon bald bemerkte Jayden, dass Akira immer ?fter dort war, wo er war. Ein Blick hier, eine zuf?llige Begegnung da. Immer mit einem L?cheln, das zu lange hielt.
Jayden fühlte sich beobachtet. Etwas an Akiras N?he machte ihn unruhig, lie? ihn nachts wach liegen.
Chen merkte es sofort.
?Du bist anders, Jay. Was ist los?“
Jayden wollte ausweichen, doch Chens Stimme war ruhig, aber fordernd. Also erz?hlte er es – von den zuf?lligen Treffen, den Nachrichten, dem Blick, der zu viel wollte.
Chen schwieg einen Moment, dann legte er die Stirn in Falten.
?Lass dich nicht einschüchtern. Wenn er dich bedr?ngt, sag mir Bescheid. Ich bin da.“
Diese Worte trafen Jayden mitten ins Herz. Sie waren wie ein Schutzschild – warm und gef?hrlich zugleich.
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Warum fühle ich mich so sicher, wenn Chen das sagt?
Am n?chsten Morgen war Jayden früh wach. Der Schlaf hatte ihn kaum berührt. Immer wieder sah er Akiras Gesicht vor sich – und dann Chens.
Warum macht mir das so viel aus? Warum klopft mein Herz jedes Mal so laut, wenn Chen in der N?he ist?
Auf dem Campus traf er Kathie, die ihn freundlich begrü?te.
?Guten Morgen, Jayden! Du siehst müde aus.“
?Ein bisschen“, murmelte er. ?Viel im Kopf.“
Kurz darauf kam Jonathan dazu, voller Energie wie immer. Gemeinsam gingen sie frühstücken, doch Jayden blieb still. Schlie?lich erz?hlte er von Akiras Nachrichten.
Jonathan runzelte die Stirn.
?Dann sag’s ihm klipp und klar. Grenzen, Jay. Das muss aufh?ren.“
Kathie nickte zustimmend.
?Und sag Chen Bescheid. Er will dir helfen, das merkt man doch.“
Jayden spürte, wie seine Wangen warm wurden. Er nickte nur.
Nach dem Frühstück trennten sich ihre Wege. Auf dem Flur, kurz vor der ersten Vorlesung, stand Akira pl?tzlich vor ihm.
?Warum hast du nicht geantwortet?“
Jayden blieb stehen.
?Ich m?chte nicht, dass du mir schreibst.“
?Du wirst schon noch anders denken“, sagte Akira leise, und ein kaltes L?cheln glitt über sein Gesicht.
Jayden wollte etwas sagen, da h?rte er Schritte hinter sich.
Chen.
Er trat ruhig neben Jayden, stellte sich leicht vor ihn – seine Haltung locker, aber wachsam.
?Ist alles in Ordnung?“ fragte er.
In seiner Stimme lag etwas, das keinen Widerspruch duldete.
Akira wich zurück, sein Blick kurz finster, dann ging er.
Jayden stand da, sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Er wollte etwas sagen, doch kein Wort kam heraus.
Chen legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter.
?Du bist nicht allein, Jayden. Ich bin da. Immer.“
Diese Worte hallten in ihm nach – viel zu tief.
Er wusste nicht, ob es die Angst war, die ihn zittern lie?, oder etwas anderes. Etwas, das mit jedem Tag st?rker wurde.
Am Abend schrieb er Chen eine Nachricht:
Danke. Für alles. Ich wei? nicht, was ich ohne dich tun würde.
Die Antwort kam fast sofort:
Ich lasse dich nie allein. Versprochen.
Jayden legte das Handy zur Seite. Seine Brust wurde eng – nicht aus Furcht, sondern aus Sehnsucht.
Etwas lag in der Luft, unausgesprochen und gef?hrlich sch?n.
Und tief in ihm wusste er:
Dies war erst der Anfang

