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Kapitel 3: Wenn Sterne flüstern

  Die

  Runen des Kindes pulsierten noch immer – leise, geordnet, wie ein

  Flüstern von Sternen und den stillen Abgründen zwischen den Lichtern. Doch

  aus der Ferne spürte jemand anderes diese Resonanz. Nicht durch Augen.

  Nicht durch Magie. Sondern durch die Sprache des ?thers selbst, die

  jeden Tr?ger der Runen miteinander verband.

  Sie

  verharrte auf einem Planeten, der in keiner Karte verzeichnet war, in

  einer Galaxie, deren Licht die meisten Zivilisationen l?ngst vergessen

  hatten. Ein Ort, der sich selbst dem Ged?chtnis entzog. Perfekt für

  Beobachtung. Hier war sie der Schatten – immer wachsam, immer lauernd

  und doch unsichtbar.

  Die

  Runen sprachen zu ihr. Nicht in Worten, sondern in Schwingungen, die

  sich wie feine F?den durch das Gefüge der Realit?t zogen. Sie erz?hlten

  von Macht, die noch nicht gemeistert war, von Leben, das Kontrolle

  suchte, und von einem Herzen, das geordnet, aber voller Geheimnisse war.

  ?Interessant“, flüsterte sie in die Leere. ?So jung … und doch eine Konstante, die selbst ich spüren kann.“

  Noctyrael – die Schattenwanderin – hatte schon zugesehen, als die ersten Sterne geboren wurden und wieder starben. Die Ordnung war langweilig geworden, ein ewiger Kreislauf aus Linien und Gesetzen, die sich nie ?nderten. Aber das hier... das hier war neu. Ein Bruch, der nicht geplant war Der

  Schatten, der durch Dimensionen wanderte, der Fluss aus Vergessenem und

  Unerreichbarem, verharrte. Nicht, um einzugreifen. Nicht, um zu prüfen.

  Nur, um zu fühlen.

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  Es

  war wie ein Puls, ein Herzschlag, der durch die Tiefen des Kosmos

  wanderte. Eine Resonanz, die nur in der Sprache des ?thers beschrieben

  werden konnte – und jeder Tr?ger dieser Sprache erz?hlte auf seine Weise

  seine eigene Geschichte. Und dieser Schatten lauschte – neugierig, entzückt – auf die neue Geschichte, die gerade begonnen hatte.

  ?Sie hat es wirklich getan“, fuhr sie fort, fast z?rtlich, ein Hauch von Belustigung in ihrer Stimme. ?Du wei?t, wie sehr sie Regeln liebt.“

  Ein Schatten l?ste sich hinter ihr – nicht getrennt von ihr, eher eine Verl?ngerung, ein Gedanke mit Tiefe.

  ?Und du …“, sie ?ffnete die Augen wieder, ?… passt nicht.“

  Das L?cheln wurde sch?rfer. Nicht grausam, aber dafür neugierig. ?Das wird sie neidisch machen. Und die anderen der Sieben, sollten sie es herausfinden.“

  Die Rune des Vergessens in ihr war kein Symbol. Sie war ein Sinn. Sie schmeckte die Resonanz wie alten Wein, der nach Riss und Neuanfang roch. Sie h?rte sie wie ein fernes Echo in der Stille zwischen zwei Herzschl?gen. Sie trat einen Schritt vor – nicht n?her zu ihm, sondern n?her zu der M?glichkeit. Der ?ther schmeckte nach etwas, das noch nicht existieren sollte. Sie spürte die Augen des Kindes – die Sterne, die sich drehten, spürte die Gravitation, die sich sammelte. Und sie bemerkte das Vergessen, das bereits in ihm schlummerte.

  ?Kleiner Stern“, flüsterte sie. ?Oder was auch immer du bist.“

  Die Runen an ihr flackerten kurz auf – nicht warnend, sondern best?tigend.

  ?Wenn du f?llst, wirst du etwas mitrei?en. Und wenn du bleibst …“

  Sie lehnte sich zurück, die H?nde ruhend, doch bereit.

  Bald werden wir uns begegnen, dachte sie.

  Und dann wird die Resonanz alles enthüllen, was verborgen liegt.

  Niemand

  au?er ihr wusste: In dieser vergessenen Ecke des Kosmos, zwischen

  Sternen, die niemand mehr kannte, war etwas erwacht – etwas, das das

  Gleichgewicht ver?ndern würde. Erschaffen durch einen Ursprung, der die Ordnung hütet.

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