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101. Lucien

  ?Ja, genau so…“, st?hnte Lucien an ihren Lippen, seine Stimme rau und tief vor Verlangen. Seine H?nde umfassten ihre Wangen, als fürchtete er tats?chlich, sie k?nnte ihm im letzten Moment entgleiten… eine v?llig unbegründete Sorge, denn Emmanline hatte l?ngst kapituliert. Sie lechzte nach ihm, nach jeder Berührung, nach jedem Atemzug, den er ihr raubte… und sie gab es ihm zurück, mit derselben verzweifelten Gier.

  Vorhin hatte Lucien Emmanline nur provoziert, hatte jeden Funken Zorn aus ihr herauslocken wollen… weil nur so ihre Mauern wirklich einstürzen konnten. Weil sie endlich lernen musste, sich gehen zu lassen, wirklich zu leben, zu fühlen, was es bedeutete, lebendig zu sein. Leicht würde sie ihm nicht entkommen… und zulassen, dass sie ging, war das Letzte, was er je in Betracht ziehen würde.

  ?Lass dich gehen“, flüsterte Lucien direkt an ihren geschwollenen Lippen, bevor seine Zunge sanft darüber leckte… langsam, genüsslich, als wollte er jeden Millimeter von ihr kosten. Ohne dass Emmanline es bewusst steuerte, ?ffneten sich ihre Lippen für ihn… eine stumme Kapitulation, die Lucien sich kein zweites Mal entgehen lie?. Er stürzte sich wieder auf ihren Mund, seine Zunge drang gierig ein, entfachte ein wildes, leidenschaftliches Spiel, das sie beide atemlos zurücklie?. Seine H?nde glitten an ihren Armen hinab, legten sich auf ihren Rücken und wanderten tiefer… tiefer, bis sie fest auf ihrem Hintern ruhten. Mit einem einzigen, kraftvollen Ruck zog er sie enger an sich, hob sich halb aus dem Wasser und legte sie auf den glatten, warmen Steinboden… ohne den Kuss auch nur eine Sekunde zu unterbrechen. Verführerisch… sinnlich… unaufhaltsam.

  Lucien ?ffnete leicht seine raubtierhaften Augen, nur einen Spalt, und blickte in ihr Gesicht herab. Für einen Herzschlag stockte ihm selbst der Atem. Ihre Lider waren geschlossen, ihre Wangen ger?tet, sie keuchte und st?hnte in seinen Mund hinein, schnappte verzweifelt nach Luft. Ihr Gesicht strahlte pure, unverhüllte Lust aus… und das erregte ihn mehr, als er je für m?glich gehalten h?tte.

  Seine Selbstbeherrschung hing an einem seidenen Faden. Sein Drache brüllte in ihm, wollte sich auf sie stürzen, sie verschlingen, sie für immer markieren. Der Mann in ihm wollte sie besitzen … mit Herz, mit Seele, mit allem, was er war. Hatte Lucien je gewusst, dass er zu solcher Leidenschaft f?hig war? Hatte er je geahnt, dass eine Frau ihn so sehr in ihren Bann schlagen konnte? Hatte er je geglaubt, dass er nur einer einzigen Frau all diese Glut schenken würde?

  Nein, Lucien hatte es nicht gewusst und genau deshalb war er jetzt so unsagbar dankbar… dankbar für diese Ahnungslosigkeit, die ihn unvorbereitet traf und sein Leben auf den Kopf stellte. Emmanline war einfach in sein Dasein getreten… und mit jedem Atemzug wurde er besitzergreifender, hungriger, abh?ngiger.

  ?Lucien… bitte…“, wimmerte Emmanline aus rauer, tiefer Kehle und er st?hnte bei ihrer lustvollen Stimme auf. Lucien wusste genau, was sie meinte. Ihre Lust hatte sich zu einem unertr?glichen Druck aufgestaut… sie suchte Erl?sung, flehte stumm danach. Und er wollte sie ihr geben… wollte sie sich selbst geben… wollte sie beide endlich erl?sen.

  Ruppig zerrte er an seiner nassen Hose, schob sie hastig über seine Hüften hinab und befreite seinen schmerzhaften Schwanz in der enge des Stoffes. Dann griff Lucien nach ihrem Kleid, raffte den feuchten Stoff nach oben… und erstarrte für einen winzigen, atemlosen Moment. Sie trug nichts darunter. Keine Unterw?sche. Nur nackte, warme, feuchte Haut.

  Oh verdammt… sie ist Mein.

  Der Gedanke traf ihn wie ein Blitz… besitzergreifend, triumphierend, überw?ltigend. Sein Drache brüllte besiegt in seiner Brust. Er dr?ngte sich zwischen ihren liegenden Schenkel, positionierte sich, spürte ihre Hitze, ihre Feuchtigkeit, ihre Bereitschaft… und hielt inne, nur einen letzten, qu?lenden Herzschlag lang. ?Sag es mir“, raunte Lucien heiser an ihrem Mund, w?hrend er gleichzeitig nach seinem stahlharten, pulsierenden Glied griff. ?Sag mir, dass du es willst… dass du mich willst.“ Seine Stirn lehnte an ihrer, seine Augen suchten ihre... dunkel, glühend, verletzlich. ?Sag es, Emmanline… und ich geh?re dir. Ganz.“

  Nur ein Nicken ihres Kopfes, ihr K?rper zitterte vor Erregung und mit einem vernebelten silbernen Blick in seine glühenden Drachenaugen, der unverkennbare moschusartige Geruch in der Luft… es war um ihn geschehen. Seine kraftvollen H?nde packten ihren nackten, wohlgeformten Hintern und ruckten sie zu sich heran. Mit einem einzigen, harten Sto? drang Lucien tief in Emmanline ein… und von da an gab es kein Halten mehr. Verzweifelt, fast schon wie verrückt stie? er immer wieder in ihre feuchte, enge H?hle hinein… tiefer, dr?ngender, als wollte er sich in sie hineinbrennen. Bei jedem Sto? kam sie ihm entgegen… hob ihre Hüfte ihm entgegen, bog sich ihm entgegen… und er spürte ihre hei?e, enge Umklammerung um seinen harten Schaft, die sich fester und fester an ihn schmiegte, bis er glaubte, den Verstand zu verlieren. Der Druck in ihm baute sich rasend schnell auf… und Lucien wusste, ihr ging es nicht anders. Emmanline zitterte bereits unkontrolliert, klammerte sich an ihn, keuchte seinen Namen in abgehackten Lauten. Mit einem lauten erstickten Aufschrei kam sie, was von den H?hlenw?nden wie ein Echo wider geworfen wurde und wie wohltuende Musik in seinen empfindlichen Ohren erklang. Ihr Inneres zog sich so heftig zusammen, dass es ihn mitriss. Hei? und pulsierend entlud Lucien sich in ihr, Sterne explodierten hinter seinen geschlossenen Lidern, seine Sinne wurden von einem wei?en Nebel verschluckt. Er konnte nicht aufh?ren… wollte nicht aufh?ren. Wie von Sinnen, gefangen in den Tiefen ihres K?rpers, wovon er nicht genug bekam. In langsamen, qualvollen St??en stie? er weiter in Emmanline hinein… h?rter, verzweifelter, als wollte er jede Sekunde auskosten, bis er sich vollkommen in ihr verausgabt hatte. Wie lange das dauerte… eine halbe Ewigkeit? Eine kleine endlose Zeit?… wusste er sp?ter nicht mehr.

  Kraftlos brach Lucien schlie?lich auf ihr zusammen, keuchte schwer gegen ihre nasse, erhitzte Haut. Als er spürte, dass sein Gewicht zu viel für Emmanline wurde, stemmte er sich von ihr fort… st?hnend glitt er aus ihr heraus… zog die restliche, nasse Kleidung von ihnen beiden und hob sie in seine Arme. Sanft trug er sie zurück ins Wasser, hielt sie fest an seine Brust gepresst, damit sie nicht unterging… damit sie sich einfach nur fallen lassen konnte.

  Emmanline war matt, schlaff, wundersch?n in ihrer Ersch?pfung. Ihr wei?es Haar schimmerte im warmen Licht der Kristalle und von den glühenden F?den an der Decke... noch heller als frisch gefallener Schnee… fast unwirklich. Str?hnen klebten an ihrer nassen hellen Haut, Wassertropfen perlten von ihren Wangen, ihrem Hals, ihren Brüsten… wie Diamanten, die sie noch kostbarer machten. Ihre Augen blieben geschlossen, w?hrend die Nachbeben langsam abklangen, ihr Atem ging flach und ruhig.

  Erst als Lucien z?rtlich die nassen Str?hnen aus ihrem Gesicht strich, ?ffnete sie ihre wei?en Wimpern… silberne Augen, verschleiert, ihre Stimme heiser von all dem St?hnen, das sie ihm geschenkt hatte. ?Was... was tust du... mit mir?“ Ihre Stimme klang rau, verflucht sexy… und Lucien spürte sofort wieder dieses Ziehen in seinen Lenden, als w?re er nie gekommen.

  ?Ich halte dich in meinen Armen“, l?chelte Lucien sanft auf sie herab, ?damit du nicht untergehst.“

  ?Das meine ich nicht“, murmelte Emmanline ersch?pft und tr?ge. Sein Drache brummte in seinem Inneren mehr als zufrieden, seine Gef?hrtin glücklich gemacht zu haben.

  Lucien l?chelte weiter… warm, fast schelmisch. ?Und was meinst du genau?“

  ?Lucien.“ Sie ermahnte ihn leise, aber ohne echte Sch?rfe.

  ?Du musst schon genauer werden“, murmelte Lucien und küsste Emmanline z?rtlich auf ihre Wange. ?Ich will es von dir h?ren.“

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  Ein Seufzer des Ergebens entfuhr ihr… tief, resigniert, aber nicht unglücklich. ?Ich wei? nicht… wie oft ich dir schon gesagt habe, wie unm?glich du bist… ich will wissen, was du mit mir machst. Warum bist du auf einmal noch mehr... anders als zuvor?“

  Sein L?cheln verblasste langsam. Lucien blickte sie einfach nur an… lange, ernst, ohne Ausflüchte. ?Weil du mich zu jemand anderem machst, Emmanline“, sagte er leise, fast ehrfürchtig. ?Du hast mich ver?ndert. Nicht nur, weil du meine Seelengef?hrtin bist… sondern als eigenst?ndige Frau. Mit deiner Güte, deiner Zuversicht, deiner St?rke. Es liegt nicht nur daran, was du für mich und mein Volk getan hast… sondern einfach nur daran, weil du es bist.“ Lucien betonte die letzten Worte… weil du es bist… als w?re es das Wichtigste, was er je ausgesprochen hatte.

  ?Unfassbar…“, seufzte Emmanline und schmiegte sich tiefer in seine Arme, als wollte sie sich in ihm verbergen. Diese Anschmiegsamkeit lie? sein Herz schneller schlagen.

  Leicht und sanft l?chelte Lucien wieder auf sie herab. Emmanline war tats?chlich eingeschlafen… kaum merklich, vertrauensvoll. Mitten in einem tiefen See, wo sie jeden Augenblick untergehen konnte, wenn er sie nicht hielt… und doch schlief sie sorgenlos in seinen Armen. Auf unbewusste Weise vertraute diese Frau ihm… und das erfüllte ihn mit einem Stolz, der tiefer ging als jede Eroberung. Genau das hatte er immer gewollt… und jetzt wollte Lucien weit mehr. Am Anfang hatte er geglaubt, es würde reichen, sie zu beschützen, sie zu besitzen. Jetzt wünschte er sich ihr Herz… ganz und gar. Es klang vielleicht schwach, verletzlich… aber für ihn war es die gr??te St?rke, die er je gefühlt hatte.

  Ohne wirkliche Anstrengung erhob Lucien sich aus dem leicht kühlen, beleuchteten Wasser… Emmanline sicher in seinen Armen. Er trug sie in eines der verborgenen Schlafgem?cher seiner H?hle… weich gepolstert mit Fellen und Decken, warm und abgeschieden. Dort würde er sie niederlegen, sie sorgsam zudecken und sich neben ihr niederlassen. Diese Frau brauchte wenig Schlaf… doch er würde ihr jede Minute, jede Sekunde g?nnen, die sie wollte. Er würde wachen, w?hrend sie ruhte… und sich dadurch besser fühlen als je zuvor. Denn in diesem Moment, mit ihr an seiner Seite, fühlte er sich endlich vollst?ndig.

  Etwas l?nger schon fragte Lucien nicht mehr danach, was ihr gro?es, verborgenes Geheimnis eigentlich war… je mehr er darüber nachdachte, desto zermürbender und nervenaufreibender wurde es, weil er einfach keine Antworten bekam. Sollte Emmanline von ganz allein damit kommen… wenn sie je mit ihm darüber sprechen wollte oder ihm gar anvertraute, was sie wirklich war oder was tief in ihr steckte… dann würde er warten. In erster Linie war sie ihm jetzt so wichtig… genau so, wie sie hier in seinen Armen lag, ruhig atmend und vertrauensvoll.

  Luciens H?hle war ganz anders eingerichtet als die, die er sonst au?erhalb bewohnte. Die hier war ger?umiger, bewohnbarer, lebendiger… nicht so kalt und leer wie die andere. Hier hatte er eindeutig mehr Gegenst?nde, mehr Leben angesammelt. In seinen Wohnr?umen standen richtige M?bel… massive, dunkle Holztische, Regale mit alten Pergamenten, Büchern und Artefakte, weiche Teppiche und vor allem ein richtiges, gro?es Bett, das er sonst mit niemandem teilte. Bis heute. Emmanline war die erste Frau, die er jemals in dieses Bett legte… das jetzt vor ihm stand. Am Fu?ende blieb er mit Emmanline in seinen Armen stehen und betrachtete die weichen dunklen Kissen, die zerwühlte Decke, Felle und das nicht gemachte Laken, das er zuletzt so zurückgelassen hatte. Irgendwie musste Lucien dabei schmunzeln, denn beim letzten Mal war er v?llig überrascht aufgebrochen… nur um Ruby aus einer ihrer vielen tollpatschigen Lagen herauszuholen.

  Ruby war damals nicht ?lter als hundertdrei gewesen… gerade mal dem jugendlichen Alter entwachsen, voller Ungestüm und ohne jede Furcht. Und doch hatte sie sich sofort mit den biestigen Harpyien angelegt. Diese Wesen waren einfach nur übergro?e V?gel mit menschlichen K?pfen, bedeckt von schimmerndem Gefieder und ausgestattet mit langen, krallenbesetzten Hühnerbeinen. Trotz ihres irritierenden Aussehens waren sie auf eine wilde, archaische Weise sch?ne Gesch?pfe. Die mystische Rasse bestand ausschlie?lich aus Frauen… es kam ganz selten vor, dass wirklich eine m?nnliche Harpyie geboren wurde. Und wenn doch, wurde ihr Dasein schnell wieder beendet. Gleich nach dem Schlüpfen wurden sie von ihrer eigenen Art aufgefressen… kannibalistisch, brutal und unerbittlich. Die Harpyien waren der festen überzeugung, dass M?nner Schw?chlinge seien und sie nur aufhalten würden. Dem konnte Lucien nicht zustimmen, aber jedes Volk hatte seine eigene Lebensweise… und er mischte sich nicht ein, solange es nicht seine Welt berührte.

  Doch das Schlimmste an ihnen war ihr donnernder Schrei… ein markerschütternder Klang, der einem die Ohren zum Bluten brachte. Keine angenehme Sache, wie er von mehr als einem geh?rt hatte, der zu nah herangekommen war. Harpyien konnte man wohl zu den Amazonen z?hlen… nur unter Frauen. Sie kamen nur mit M?nnern zusammen, wenn sie sich paaren mussten… oder wenn sie Sklaven brauchten. Da schien das m?nnliche Geschlecht bestens dazu geeignet zu sein. Ansonsten waren M?nner für sie Auss?tzige… entbehrlich, verachtet. Ihm h?tte es egal sein k?nnen, aber damals war es das nicht gewesen.

  Lucien konnte sich noch ganz genau daran erinnern, was seine kleine, gerissene Schwester angestellt hatte. Noch heute erz?hlten die anderen davon, sobald es bei einem festlichen famili?ren Treffen etwas zu lachen gab. Tats?chlich hatte Ruby das Unm?gliche geschafft. Sie hatte eine kleine Gruppe von Harpyien entdeck … vielleicht zwanzig an der Zahl… die Rast in einem der ?u?eren W?lder machten, gerade noch au?erhalb des eigentlichen Territoriums der Drachen. Es h?tte niemanden kümmern müssen… aber nein, Ruby konnte nicht anders.

  Durch irgendeine Art… bis heute wusste niemand genau, wie sie das angestellt hatte… hatte sie alle in einen tiefen Schlaf versetzt. Und w?hrend sie so dalagen, hatte sie ihnen allen die langen Fu?krallen mit einer leuchtend pinken Farbe lackiert… einer Farbe, die sich nicht mehr abwaschen lie?. Das Geschrei, als sie erwachten, konnte er heute noch h?ren… hunderte von Kilometern weit war es zu h?ren gewesen. Die Harpyien waren schneller aufgewacht, als Ruby es berechnet hatte, und es hatte an ihm, Raiden, Charia, Ysera, seinem Vater und seinem Onkel Darius gelegen, sie aus dieser misslichen Lage herauszuholen.

  Dabei war es ihre Schuld gewesen. Lucien und alle anderen h?tten Ruby am liebsten für ihre Dummheit bü?en lassen … aber seine Mutter war ganz anderer Meinung gewesen. Also lag es an ihnen, sie da rauszuholen. Wenn er es damals nicht selbst gesehen h?tte… wie l?cherlich die Harpyien ausgesehen hatten mit ihren grellpinken Krallen… h?tte er es sich niemals vorstellen k?nnen. Alle waren sie in gellendes Gel?chter ausgebrochen… und es war schwer gewesen, damit aufzuh?ren. Nur die Harpyien waren nicht gleicher Ansicht gewesen. Es gab eine kleine Auseinandersetzung… Federn flogen, Krallen blitzten auf… und ohne ein paar Kratzer waren sie nicht davongekommen.

  Doch das Furchtbare daran war… es hatte Ruby keine Sekunde interessiert, in welchen Konflikt sie da geraten war. Sie h?tte tot sein k?nnen. Nicht einmal Sorgen hatte es ihr bereitet, so schlitzohrig und sorglos sie auch war. Was sie heute noch immer ist. Faustdick hinter den Ohren hatte sie es in sich… und genau diese Sorglosigkeit machte ihn und all seine Geschwister am meisten zu schaffen. Trotz ihrer Berufung bis heute… auch wenn kaum einer von ihrer Stellung wusste.

  Allein die Erinnerungen hielten daran fest, wie es einmal gewesen war. Manchmal wünschte Lucien sich diese Zeit zurück… aber das konnte niemals passieren, weil niemand Macht über die Zeit besa?. Vielleicht war es auch gut so. Ein Spiel mit der Zeit würde das Furchtbarste sein, was den Weltuntergang bedeuten k?nnte.

  Jetzt stand Lucien hier, vor einem zerwühlten Bett, Emmanline sicher in seinen Armen, w?hrend er in Erinnerungen schwelgte… Erinnerungen, die ihn warm umhüllten und gleichzeitig schmerzhaft berührten.

  Sanft legte Lucien Emmanline auf sein Bett, deckte ihren noch nassen K?rper sorgsam mit einer weichen Decke zu und setzte sich auf die Kante… die Matratze gab federnd nach. Lange beobachtete er sie einfach nur, wie sie seelenruhig schlief… friedlich, ruhig, mit einem leichten, entspannten Atemzug. Genauso sollte es sein. M?ge dieser Moment jetzt so zerbrechlich und vollkommen wirken, wie er aussah… es würde nicht immer so bleiben. Eines Tages würde die Zeit kommen, in der alles ein Ende fand… doch genau in diesem Augenblick wollte er nicht daran denken. Lucien wollte das hier mit Emmanline genie?en… diesen stillen, intimen Frieden… darum schlüpfte er leise zu ihr unter die Decke. Liebevoll zog er sie an seinen warmen K?rper, spürte ihre weiche Haut an seiner, nahm ihren einzigartigen Duft nach dem ersten sonnigen Hauch wahr… eine Mischung aus frischem Regen am Morgen und der ersten Sonnenstrahlen des Tages, die nur sie selbst war… und fühlte ihren Herzschlag an seiner Brust… gleichm??ig, lebendig, real.

  Sofort verdr?ngte Lucien die Erinnerungen und Bilder, die sich ungebeten einschlichen… Bilder, wie sie tot in seinen Armen gelegen hatte, kalt und still, oder wie er hatte zusehen müssen, ohne etwas tun zu k?nnen. ?Ich werde nie wieder zulassen, dass du von mir gehst“, s?uselte Lucien leise in ihre wei?en seidigen Haare, schloss genussvoll die Augen und atmete weiter ihren Duft tief ein. ?Nie wieder.“ Er schwor es sich… seinen heiligsten Schwur… bis selbst er in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel… mit ihr in seinen Armen, sicher und nah, als g?be es nichts anderes mehr auf der Welt.

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