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2. Lucien

  Noch bis eben hatte Lucien t?glich geschlafen, bis er auf einmal ein beklemmendes Gefühl in sich verspürte. Als wenn etwas aus ihm entrissen wurde. Sofort erhob er sich und eine schlechte Vorahnung machte sich in ihm breit. Schnell schritt er mit seiner gewaltigen Drachengestalt durch seine H?hleng?nge und begab sich in den Teil seiner Behausung, wo seine ganzen Sch?tze verborgen lagen. Lucien musste nicht einmal die Kammer seines Hortes betreten, da er schon wusste, was ihm im Krieg gestohlen worden war. Vor unb?ndiger Wut brüllte er seine ganze H?hle zusammen und erschütterte alles. Ger?ll fiel von den W?nden und von der H?hlendecke zu Boden. Er wusste, dass sein Gebrüll noch unz?hlige Kilometer weiter entfernt zu h?ren war und er hoffte bei allem, dass der Dieb, der ihm einen Teil seines Schatzes gestohlen hatte, genau das geh?rte hatte. Er wollte das derjenige, der so dreist war ihm etwas zu stehlen, vor Angst um sein Leben zitterte. Er würde das Aas jagen, bis er das wieder bekam, was ihm geh?rte. Sei es bis zum Ende der Welt oder anderer Dimensionen. Er schw?r zu allen G?ttern, dieser war so gut wie tot. Seine Drachenaugen glühten vor goldener Intensit?t.

  Bevor Lucien sich auf den Weg nach drau?en machte, stieg ihm ein eigenartiger und femininer Geruch in seine N?chte. Ein Knurren des Zorns verlie? seine Kehle und sein Blick wurde grimmiger. ?Das kann doch wohl nicht wahr sein. Eine Frau...?“, wirkte er doch etwas überrascht und wusste im ersten Augenblick nicht, wie er darauf reagieren sollte. Dieser Duft war zart und hatte etwas leichtes Sonniges an sich. Da sein Geruchssinn stark war, roch er den Hauch der ersten Sonnenstrahlen an einem Morgen. Dies war seltsam und er konnte sich nicht daran erinnern, jemals einen solchen Geruch zu haben. Das Ganze ?nderte sich trotzdem nichts daran, was diese Frau für eine Tat begonnen hatte. Der Zorn siegte über die überraschung und er stürzte mit seiner schwarzen wuchtigen Gestalt aus seiner H?hle und erhob sich sofort mit seinen breiten ledrigen Flügeln in die Lüfte. Ihr Duft hatte Lucien noch immer in seiner Nase. Er war weit über zweitausend Jahre alt, wobei er zu den ?lteren Drachen z?hlte, und k?nnte niemals diese Witterung verlieren. Immerhin glaubte auch sein Ruf voraus, als Lucien der Vernichter betitelt zu werden. Daher würde er auch keine Gnade walten lassen, nur weil der Dieb eine Frau war. Sein Ruf war Gnadenlosigkeit und der Tod. Niemand würde mit Barmherzigkeit bei ihm entkommen. Deshalb freute sich Lucien auch darüber, als er in ihrem herrlichen Duft die Note von Furcht wahrnahm. Diese sollten sie auch haben. Wenn er in seiner tierischen Gestalt l?cheln k?nnte, dann w?re jetzt so ein Moment gekommen und brummte nur zufrieden, w?hrend er durch die Lüfte segelte. Flügelschlag, ?h Flügelschlag. Lucien liebt es, zu jagen und vor allem, wenn es um eine interessante Sache geht. Das schien diese Frau mit dem au?ergew?hnlichen Geruch nach einem sonnigen Morgenstrahl zu sein. Dies musste er sich eingestehen und auch im stillen Fragen, wie dieses Wesen aussehen würde. Oh ja, ich werde sie mir schnappen , war Lucien sich mit seinem Drachen einig. Neugierde packte ihn neben seiner Wut und er konnte es kaum abwarten seine Beute zwischen seinen Krallen zu bekommen. Sogar zu spielen. Wer wusste es schon.

  Die Schüler seiner Augen formten sich stets weiter zu einer Stecknadelgr??e und suchten mit scharfem Blick seine ganze Umgebung ab. Durchsuchte die W?lder in einer r?ntgenartigen Methode ab, wobei er nach einer W?rmequelle suchte. Natürlich k?nnte er mit seinem Feueratem alles in einem Wimpernschlag den Erdboden gleichmachen, ohne sich wirklich gro? anzustrengen. Doch wo würde dann der Reiz der Jagd bleiben? Oh nein, er würde mit seiner gr??ten Hingabe jagen. Auch wenn seine Beute nie eine Chance gegen ihn h?tte. Es w?re zwar nur ein kurzer Augenblick seiner sü?en J?gerei, aber er wollte unbedingt wissen, wer hinter diesem einzigartigen Duft steckte. Zumal wollte Lucien seinen Wald nicht zerst?ren, den er stets in ihrer Reinheit beschützte. Menschen gab es ohnehin nur in einem seltenen Fall in der Drachendimension von Dragaria. Au?er andere Mythenwesen hielten sich in dieser Sph?re auf, aber nicht in seinem Gebiet. Er akzeptiert ausschlie?lich die Tiere der Natur hier.

  Von weitem konnte Lucien seinen See sehen, wo er sich stets erfrischte, wenn das Verlangen seines Drachens danach rief, ein gro?es Bad zu nehmen. Daher war der Umkreis seines Berges sein Territorium und würde sich keine Dummheiten erlauben. Er kann sein Gefilde genauso gut, wie sein Hort. Jeder ach nur so kleinste Schlupfwinkel war ihm bekannt. Diese Frau konnte sich nicht verstecken und da erblickte Lucien sie auch schon. Sie rannte auf der freien Fl?che um den See herum. Sein Drachenk?rper spannte sich voller Erwartung an. Was würde er zu sehen bekommen? Aus der Ferne noch, musste er ihr zugestehen, sie war ziemlich flink auf ihren Beinen. Sie wich jedem Hindernis aus. Ohne Probleme und so leicht, dass er es selbst von oben bewunderte. In ihrer Bewegung steckt Geschmeidigkeit und eine Eleganz.

  All sein Interesse und seine Bewunderung l?sen sich in Rauch auf, als Lucien seinen blutroten Rubin in einer ihrer H?nde aufleuchten sah. Dieser geh?rte ihm. Sein Zorn wurde erneut geschürt und er stürzte sich wie ein Blitz auf die Erde hinab. Seine Flügel an seinen K?rper angelegt, wie ein Falke der aus der Luft auf seine Beute stürzte. Kurz vor der Erdoberfl?che entfaltete Lucien seine riesigen Lederschwingen und bremste ruckartig ab und kam wie ein Donnerknall auf dem Boden auf, welcher zum Beben gebracht wurde. Er setzte sein ganzes monstr?ses Gewicht seines Drachens ein, womit er durch seine Heftigkeit vor ihr landete und sie durch den Druck von den Fü?en fegte. Sie landete unsanft auf dem Boden, ihm v?llig egal, ob sie Schaden nahm. Es interessierte ihn nur sein Rubin, woraufhin sein Fokus lag. Sein Blick verschleiert und nur eines im Sinn, seinen Schatz.

  ?Du bist so gut wie tot“, brüllte Lucien sie an und seine N?chte qu?lten sich vor Wut. Seine glühenden brennenden Augen wirken wie hei?e Kohlen, die sie drohend anschauten und er seiner Macht freien Lauf lie?. Die winzige Frau vor ihm hatte ihre Augen vor Angst und Panik weit aufgerissen. Sie h?tten es doch wissen müssen, dass er sie nicht entkommen konnte, und er fand seine Beute immer .

  Lucien knurrte vor lauter Zorn, aber veranlasste nur, dass diese Frau vor ihm flüchtete. War sie wirklich so dumm, dass sie dachte, wirklich noch entkommen zu k?nnen? Was für eine N?rrin. Sie schürte weiterhin seine innere Raserei und ein Schleier der Unberechenbarkeit bildete sich vor seinen Augen. Flüchte niemals vor einem tobenden Drachen.

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  Bei ihrer ruckartigen Flucht zum See geschah irgendwas. Lucien spürte es tief in seinem Inneren und empfand eine magische Pr?senz in der Luft vibrieren. Sofort erkannte Lucien ihre elfischen Ader an ihren spitzen Ohren. Selbst wenn er durch seinen dünnen Schleier seiner Vernunft nur am Rande ihres richtigen Aussehens erkannte. Dennoch passierte hier jetzt etwas Unheilvolles und er sah, wie sich der blutrote Rubin in ihrer Hand in Luft aufl?ste. Wie konnte sie es nur wagen? Unb?ndiger Zorn brodelte in Form von kleinen Flamen aus seiner Schnauze, wurde aber gleich darauf im Keim erstickt, weil sie über ihre eigenen Fü?e stolperte und sich in ihrer vollen L?nge auf den Boden aufschlug. Ein kleiner Funke Schadenfreude, der sogleich wieder verpuffte.

  Mit donnernden Schritten ging Lucien auf diese diebische Frau zu und im Stillen gab er seinem Drachen den Befehl, sich zurückzuziehen. Sofort umfing ihn ein glei?endes Feuer und er erlangte nach und nach seiner menschlichen unverhüllten Gestalt zurück. Er verspürte dabei keine Schmerzen, weil es seit seiner Geburt das natürlichste der Welt war. Wie, als würde er Sauerstoff in seinen Lungen atmen. Die letzten Schritte blieben er hinter ihr stehen, die nun ?ngstlich und wimmernd vor dem Rand des Sees sa?. Lucien hatte eine fürchterliche Vorahnung, was das anbelangte. Sie wird doch wohl nicht? ?Wo ist mein Rubin?“, verlangte er, grollend zu wissen und in seiner Stimme schwang genug Drohung mit, dass sie sofort sprechen sollte. Er konnte ungemütlich verflucht werden. Nur antwortete sie erneut nicht und es erzürnte ihn stets mehr. Langsam beschlich ihn das Gefühl, dass sie das mit Absicht tat, aber nach einem kurzen Z?gern erst und sie drehte sich zu ihm um.

  Lucien musste blinzeln, als er das erste Mal und wahrhaftig in ihre Gestalt wahrnahm, und sein Schleier lichtete sich vor seinem inneren Sehsinn. Ihm stockte der Atem, w?hrend er diese Frau betrachtete. Vor allem, weil er sie jetzt mit jedem seiner Sinne erkannte. Sie besa? langes schneewei?es Haar, welches glatt über ihren Rücken fiel. Es schimmerte in der Sonne wie reine Seide. Würde es sich auch so anfühlen, wenn er mit seinen Fingern hindurchgleiten würde? Noch nie hatte Lucien solche Haare gesehen. Nicht von dieser Sch?nheit, welches sich um ihren zierlichen K?rper schmiegte. Ein hellblaues lang?rmliches Kleid verhüllte ihre Kurven. Ihre helle Haut wirkte dadurch noch blasser, aber sah in seinen Augen aus, als würde sie ein leichtes Leuchten von sich geben. Sie besa? ein schmales Gesicht und ihre spitzen Ohren zeichneten sie eindeutig als eine Elfe aus. Nur wo Lucien h?ngen blieb, waren ihre langen Wimpern, die halb ihre Augen verdeckten. Es sah verdammt erregend aus, wie sie so vor ihm kniete und dann ruhte ihr Blick nur auf sein bestes Stück, als k?nnte die Frau sich davon nicht l?sen. Sein K?rper reagierte von ganz alleine und sein Schwanz wurde vor ihren Augen steinhart. Er konnte nicht anders und wenn er jetzt noch sah, wie sie sich über ihre trockenen vollen rosa Lippen leckte, machte das seine Situation nicht besser. Er war auch nur ein m?nnliches Wesen mit natürlichen Begierden.

  Leise grollte es tief aus seiner Brust und Lucien erkannte ihre Reaktion. Sie verstr?mte den Geruch von Angst und das gefiel ihm überhaupt nicht und dadurch wirkte er nur gereizt. ?Hast du nun lange genug geglotzt?“, platzte es wutschnaubend aus ihm heraus und spannte seinen ganzen K?rper an. Ihr Kopf schnellte nach oben und erneut wurde Lucien aus dem Konzept gebracht. Es traf ihn wie ein Hammer, denn jetzt trafen sich ihre Blicke direkt. Ihre Augen... es verschlug ihm den Atem. Sie hatte Augen wie schimmerndes Silber. Er kannte Walküren und Furien, wenn sie in gro?en Gefühlswallungen ausgesetzte waren, wie sich ihre normale Augenfarbe zu Silber verf?rbte, aber er wusste sofort, diese Augen waren ihre natürliche Farbe und best?ndig.

  Lucien betrachtete ihr ganzes Erscheinungsbild und es machte überhaupt keinen Sinn. Noch nie war ihm eine Elfe mit diesen Merkmalen begegnet und sie waren stets gleich. Normalerweise hatten sie goldenes Haar und Augen wie wertvolle Edelsteine. Ja, sie besa?en helle Haut und eine grazile Gestalt, aber es wirkte doch anders. Was war sie? Seine Neugier war geweckt und er beschloss es, herauszufinden.

  Ihr Blick wandte sich durch seine bedrohliche Stille ab und ihm gefiel es überhaupt nicht. Lucien wollte weiter ihre einzigartige Augen auf sich spüren. ?Schau mich an“, knurrte er finster, aber sie schüttelte nur ihren Kopf, was ihn wütender machte. Es brachte ihn zur Wei?glut. Er hasste es, wenn er ignoriert wurde oder seinem Befehl nicht nachkam. Es war unakzeptabel und ging vor ihr in die Hocke. Unsanft packte er ihr Kinn mit seinen Fingern und drehte ihren Kopf grob zu ihm rum. Lucien konnte ihr schmerzhaftes Zischen h?ren und sie biss ihre Z?hne fest aufeinander. Niemand ignorierte Drachen. Sei denn, sie spielten mit ihrem eigenen Leben. Mythenwesen m?gen bis zu einem gewissen Grad unsterblich sein, aber jeder besa? seine Schw?chen. Manche V?lker waren gerissen, andere wahnsinnig und spielten mit ihrem Leben, w?hrend andere kriegerisch und angriffslustig waren. Aber dann gab es noch die dummen und unbedeutenden, wozu diese Frau wahrscheinlich geh?rte.

  ?Fangen wir noch einmal von vorne an. Wo ist mein Rubin, den du gestohlen hast? Vor allem, wo ist er jetzt?“, funkelten seine Augen noch goldener und t?dlicher. Sein Griff um ihrem Kinn verst?rkte sich und es scherte ihm nicht im Geringsten, weil er sie nicht entkommen lie?. Egal ob sein Verlangen angeregt war. Sobald Lucien seinen Schatz zurückhatte, würde er darüber entscheiden, was er mit ihr anstellen würde. Sein blutroter Rubin hatte Vorrang.

  ?I...ich...wei? es nicht“, gestand die Elfe stammelnd und blickte ihn weiterhin ?ngstlich an. Sein inneres Feuer stieg in ihm auf und drohte aus ihm zu brechen. Das passierte, wenn er seine Beherrschung verlor. Die Frau wandte sich in seinem Griff, aber er lie? sie nicht los. Seine Augen ver?nderten sich nun komplett und wurde zu der Bestie, die er wirklich war. Anscheinend wusste sie nicht, wen sie vor sich hatte, und er würde es ihr lehren. Eine blitzartige Bewegung seinerseits und er packte ihre Kehle in einen festen Haltegriff, worauf Lucien Druck aufbaute. Aus reinem Reflex ergriff sie nach seinem Handgelenk und versuchte sich daraus zu befreien, aber jede müh war sinnlos.

  ?Willst du mich verarschen?“, kam sein wutverzerrtes Gesicht ihrem immer n?her. ?Rede einfach und ich werde dich verschonen“, woran er sich sicher nicht halten würde. Anscheinend wusste diese Frau es, er erkannte es in ihren silbrigen Augen, es gab kein Entkommen. Und ein Wissen, was ihn stutzig machte. Was hatte diese Elfe bisher alles gesehen? Lucien konnte ein hohes Alter in ihrem Blick erkennen, aber von ihrem Anschein nach, sah sie noch unglaublich jung aus.

  Trotz seiner Drohungen und seiner unb?ndigen Wut blieb sie stumm und stur. Es sprengte seine inneren Ketten. ?Na sch?n, du willst es nicht anders“, war es schon die Stimme seines erzürnten Drachen. Lucien riss sie auf ihre Beine, selbst wenn er ihren Hals fest gepackt hielt. Er verwandelte sich in einem Bruchteil einer Sekunde, wo er sie nun in seiner Kralle hielt. Ihren Protest ignorierte er, stie? er sich vom Boden ab und erhob sich in die Lüfte.

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