Emmanline wusste gerade nicht, was mit ihr geschah. Ihr Verstand schien vollst?ndig ausgeschaltet, als h?tte ein Kurzschluss ihr ganzes Denken lahmgelegt. Unbewusst hatte sie ihn gedr?ngt, endlich in sie einzudringen… mit seiner ganzen M?nnlichkeit. Der erste Moment traf sie wie ein Blitz... ein scharfer Schmerz durchfuhr ihren K?rper, sie versteifte sich, ihr Herz schien einen Schlag auszusetzen. Um sie herum herrschte absolute Stille, nur ihr laut pochendes Herz in ihrer Brust und ihre keuchenden Atemzüge durchbrachen sie. War das Realit?t oder ein Traum? Ohne zu wissen, in welcher Sph?re sie gerade schwebte... gab sie sich jedem Gefühl hin.
Langsam verebbte der Schmerz, und Emmanline wagte es, ihre Hüfte zu bewegen. Was dann geschah... raubte ihr endgültig den letzten Atem. Lucien nahm ihre Bewegung als Einladung, als Best?tigung, dass es ihr gut ging. Behutsam begann er sich in ihr zu bewegen … hinein und heraus, immer wieder, langsam und eindringlich. Ein unbeschreibliches Gefühl durchstr?mte ihren K?rper, viel intensiver als alles, was sie zuvor durch seine Zunge und Lippen erfahren hatte. Als Lucien sie nun vollkommen ausfüllte, fühlte Emmanline sich pl?tzlich zugeh?rig, als w?re alles richtig. Vollkommen richtig. Richtig, dass er sich in ihr bewegte... richtig, dass sie zusammen verschmolzen… wie zwei Teile, die endlich ein Ganzes bildeten.
St?hnend schlang Emmanline ihre Beine um seine Hüften, ihre Finger gruben sich tief in seine Haut. Sie wollte kurz loslassen, doch sie konnte es nicht... nicht, w?hrend Lucien sich in ihr bewegte. Sein Gesicht vergrub sich in ihrer Halsbeuge, und sie konnte seine Worte nicht widerstehen... ihre H?nde glitten durch sein schwei?nasses, schwarzes schulterlanges Haar... griffen zu, hielten fest. Zu viele Empfindungen str?mten auf sie ein und überschwemmten ihren K?rper brutal. Wimmernd und keuchend legte sie ihren Kopf in den Nacken, reckte sich seinen St??en entgegen. Seine Bewegungen wurden schneller, fordernder… und sie nahm es mit Freude auf. Der Schmerz war l?ngst verflogen... nur Lust blieb. Hei?, erregend, alles verschlingend. Ihr K?rper verlangte nach mehr, als würde er nach Vollkommenheit und Erl?sung streben. Wie beim vorherigen H?hepunkt spürte sie instinktiv, dass es diesmal noch intensiver werden würde… heftiger, befreiender und unvergesslich.
Lucien stie? keuchende Flüche aus, weil es ihm genauso erging wie ihr. Dieses Gefühl war atemberaubend... sie übte dieselbe Macht über ihn aus, die er über Emmanline hatte. Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft waren sie gleichgestellt, auf derselben Ebene, ohne dass etwas sie trennte. Ihre K?rper pressten sich fest aneinander, und jeder Versuch, dem anderen noch n?herzukommen, verschmolz sie nur noch mehr zu einem Ganzen.
Pl?tzlich spannte sich ihr ganzer K?rper an, ihre silbernen Augen weit aufgerissen. Ein leichtes Zittern durchlief sie, w?hrend eine wohlige Welle ihr Inneres erfasste und sie von einer Flut der Lust ohne Gnade mitgerissen wurde. Emmanline bekam nur am Rande mit, wie sie aufschrie und alles aus sich herauslie?. Selbst ein lautes Brüllen war nebens?chlich, als etwas tief in ihrem Unterleib zuckte. Sie wusste, dass es Lucien war, der ebenso von dieser Welle überw?ltigt wurde. Hitze str?mte durch sie hindurch, unaufhaltsam. Gemeinsam gaben sie sich allem hin... umschlungen... gierig nach mehr. Noch einmal schrie er, und diesmal vernahm sie ihren eigenen Namen darin. Sie antwortete sofort, als eine weitere Welle sie überrollte… und kaum verebbt, kam schon die N?chste und riss sie hinfort.
Schluchzend und kraftlos lie? Emmanline sich sinken. Seine Arme schlangen sich fest um sie... geborgen und tr?stend. Nie zuvor hatte sie sich so sicher und beschützt gefühlt... in seinen Armen, die hart und muskul?s waren, voller roher Kraft, und doch so sanft und behütend. Ein vollkommen widersprüchliches Gefühl, das sie v?llig einnahm. Minuten verstrichen, die sich wie Stunden anfühlten. Endlich fanden sie einen Rhythmus, der ihnen das Luftholen erlaubte. Endlich konnten sie wieder atmen… doch ihre Herzen schlugen noch immer nicht normal. Nicht nach dem, was geschehen war. Und doch schlugen sie im gleichen Takt... etwas, das Emmanline tief in ihrem Inneren spürte.
Lucien hob langsam seinen Kopf. Jedes Mal, wenn Emmanline ihn ansah, stockte ihr der Atem. Voller Ehrfurcht und v?lliger Hingabe blickte Lucien sie mit leuchtenden goldenen Augen an... ein Ausdruck, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. ?Oh ihr heiligen G?tter… alle sollen meine Zeugen sein. Du bist unglaublich… und nichts macht mich stolzer, als dich an meiner Seite zu wissen. Vor dir verneige ich mich und werde dir immer untergeben sein.“ Sein Schwur klang heilig... unantastbar. Ihr Mund ?ffnete sich, doch Emmanline war unf?hig, Worte zu formen. In seinen Augen lag Ernsthaftigkeit, Stolz und Leidenschaft zugleich... unerschütterlich. Verunsichert schaute Emmanline ihn an, nicht wissend, was sie tun oder sagen sollte. Lucien war noch immer in ihr, noch immer hart und gro?, und sie hatte sogar das Gefühl, als würde er noch weiter anschwellen. Ihr K?rper reagierte unwillkürlich, erneut erregt… obwohl sie vollkommen ersch?pft war.
Unerwartet zog Lucien sich zurück und setzte sich auf. Sein glühender Blick ruhte auf ihr, als s?he er ein vollkommenes Meisterwerk vor sich. Im flackernden Kerzenschein wirkte seine Gestalt wie aus reiner Kunst gemei?elt.... m?nnlich, stark, unübertrefflich sch?n. Emmanline wollte ihm sagen, dass er sich wieder zu ihr legen sollte, doch ihre Lippen gehorchten ihr nicht. Kein Laut kam über ihre trockene Kehle, ihr K?rper lag energielos und kraftlos da... schwer wie ein Stein. Und genau so fühlte sie sich... ersch?pft, überw?ltigt und vollkommen von ihm eingenommen.
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Pl?tzlich sprang Lucien vom Bett auf und eilte ins Bad. Bevor Emmanline fragen konnte, war er schon zurück... ein feuchtes Tuch in der Hand. Fragend schaute sie ihn an, doch als er sich vor sie hinkniete, wurde ihr klar, was er vorhatte. Behutsam wusch er sie, hochkonzentriert und vorsichtig. Anfangs wollte sie sich wehren, doch dann lie? sie es geschehen. Ein leichter Schauer kühlte ihre erhitzte Haut… und tat gleichzeitig unendlich gut. Als Lucien den Lappen zur Seite legte, zog er sie in seine Arme. Emmanline hatte nicht damit gerechnet, doch ihr K?rper schmiegte sich wie von selbst an ihn. Ihre Wange ruhte auf seiner Brust, ein Arm lag über seinem Bauch, die Beine miteinander verschlungen. Die Decke hüllte sie ein… so geborgen und sicher hatte sie sich wahrhaftig noch nie gefühlt.
?Danke. Vielen Dank.“ Seine Worte drangen tief in ihr Herz, und Emmanline verstand ihre wahre Bedeutung. Es war kein Dank dafür, dass sie ihm erlaubt hatte... mit ihr intim zu werden, oder dass sie sich freiwillig ihm hingegeben hatte. Es war ein Dank für das gro?e Vertrauen, das sie ihm geschenkt hatte. Lucien wusste, dass dies einer ihrer gr??ten Schritte gewesen war... ein Akt der überwindung. Er wusste, dass es ihr nie leichtgefallen war.
Dann geschah etwas Unglaubliches... zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben schlief Emmanline wirklich ein. Noch nie zuvor war es ihr gelungen, in einen so tiefen... echten Schlaf zu fallen. Ihr Leben hatte sie stets mit offenen Augen verbracht, ausgenommen die künstlich herbeigeführten Momente. Diesmal jedoch fühlte es sich wohlig an… warm und sanft, als sie in eine tiefe Ruhe versank, wissend, dass sie beschützt und behütet wurde. Zum ersten Mal in ihren zweihundertsiebenundachtzig Jahren.
Endlich.
Das war ihr letzter Gedanke, bevor Emmanline vollst?ndig in den Schlaf glitt.
Lucien
Voller überraschung und Erstaunen stellte Lucien fest, dass Emmanline eingeschlafen war. Zum ersten Mal schlief sie von ganz allein ein. Immer hatte er geglaubt, sie k?nne es nie. So wie beim Essen war dies ein weiterer Beweis ihres tief verankerten Misstrauens… und nun schlief sie. Ein gewaltiges Zeichen von Vertrauen. Jetzt verstand Lucien endlich, warum sie nie geschlafen hatte... Emmanline fürchtete, alles zu verlieren... sogar sich selbst. Alles diente zu ihrem eigenen Schutz, und er konnte es nur zu gut nachvollziehen. Das Volk der Drachen hatten ihr so viel Leid zugefügt... all das wollte er ihr nun nehmen, die Angst. Behutsam schloss Lucien Emmanline in seine Arme. Seine Hand strich automatisch ihren zarten Rücken auf und ab, w?hrend sein Blick zur hohen Zimmerdecke wanderte und er ihren gleichm??igen Atemzügen lauschte. überglücklich fühlte er sich, als würde sein Herz vor Freude überlaufen. Es lag nicht daran, dass sie miteinander geschlafen hatten oder dass sie hier zusammen im Bett lagen. Es lag schlicht daran, dass Emmanline ihm vertraute... ohne Zweifel... ohne Z?gern. Die Liebe, die sie teilten... war unbeschreiblich. Nie hatte Lucien etwas ?hnliches mit einer Frau gespürt... diese tiefe, untrennbare Verbundenheit. Kein Wunder... Emmanline war seine Gef?hrtin, die zweite H?lfte seiner Seele. Doch er würde es niemals als selbstverst?ndlich ansehen. Niemals.
Kaum bemerkte Lucien, wie viel Zeit vergangen war, spürte er, dass er kurz wegmusste. Es widerstrebte ihm zutiefst, doch es gab etwas, das geregelt werden musste. Jetzt, da er seine Gef?hrtin wiederhatte, wollte er nur eines... bei ihr sein. Jeden Tag würde er sich vergewissern, dass sie lebte und sicher war. Jeden Tag würde Lucien ihr sagen... wie viel sie ihm bedeutete. Jetzt war Schluss mit Geheimnissen und Schweigen. Sollte sie aufwachen, würde Emmanline erfahren, dass sie seine wahre und einzige Seelengef?hrtin war.
Widerspenstig l?ste Lucien sich von ihr und stand leise auf. Es wunderte ihn, dass Emmanline nicht wach wurde, doch anscheinend brauchte sie den Schlaf am dringendsten. Er würde zurück sein, bevor sie erwachte. Dann sollte sie nicht allein sein. Das wollte er auch nicht. Schweren Herzens entfernte er sich vom Bett, denn würde er sie jetzt auch nur ein einziges Mal ansehen... und noch einmal danach fühlen... würde er sich sofort wieder zu ihr legen. Suchend raffte Lucien seine Kleidung zusammen. Dabei fiel sein Blick auf ihre zerfetzten Kleider, was ihm ein kleines Schmunzeln entlockte. Da war er mehr als ungeduldig gewesen. Danach ging er kurz ins Bad und duschte sich rasch ab. Als er herauskam, konnte er nicht anders, als seinen Blick erneut auf seine schlafende Frau in seinem Bett zu richten. Lucien nahm ihr ganzes Antlitz in sich auf, pr?gte sich jede W?lbung, jede Kontur ein. Auch wenn sie unter schwarzer Seide lag, kannte er inzwischen jeden Zentimeter ihres K?rpers. Endlich war Emmanline die Seine... und so würde es, verflucht noch mal, bleiben. Nichts würde das mehr erschüttern k?nnen. Wahrhaftig geh?rte sie ihm, und das würde er ihr sagen … und beweisen.
Ruckartig entriss Lucien sich dem Anblick und verlie? das Zimmer. Als er die Tür hinter sich schloss, knurrte sein Drache leise auf. Kaum eine Minute war er drau?en, da wollte er bereits umkehren, sich nackt ausziehen und sich wieder zu ihr legen. Ihren herrlichen sonnigen Duft einatmen, der nun langsam verblasste. Es mochte für Au?enstehende erb?rmlich wirken, doch für ihn war es das keineswegs. Das war keine Schw?che... sondern seine Lebenessenz.
Grimmig und innerlich knurrend ging Lucien den Korridor entlang, seine Miene düster... je weiter er sich von dem Gemach entfernte, desto st?rker kehrte seine Wut zurück. Sein Drang nach Rache und Vergeltung lastete schwer auf ihm. In den vergangenen sechs Tagen hatte er keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, wie sein Urteil über den Verr?ter Arokh aussehen würde. Nun war es unausweichlich. Es würde hart werden... vor allem für Cyrill. Doch darauf konnte Lucien keine Rücksicht nehmen. Es würde seinen Krieger erschüttern und einen tiefen Verlust bedeuten, aber so waren die Gesetze. Ein Angriff auf K?nig und K?nigin war das h?chste aller Verbrechen. Selbst der Mord an Kindern und jungen Drachen standen direkt darunter. Harte Zeiten würden auf sie zukommen. Das spürte Lucien mit jeder Faser seines Wesens.

