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19. Neil

  Schon wieder hing Neil in den verschissenen eisigen Ketten herab und blickte mit seinen leuchtend braunen Augen wutverzerrt durch sein blutiges und verschwitztes Haar. Sein Kopf hing herab und verfolgte mit seinen Wolfsaugen, was dieser kranke Bastard sich als N?chstes einfallen lie?. Keine Frage, dieser J?ger besa? eine unersch?pfliche Quelle an Ideen, wie er andere folgen und qu?len konnte. Interessant war nur... egal, was er ihm zufügte, jede nur kleinste und jede gr??te Wunde verheilte im Nu. Dass Sorchas Blut solche enormen Ausma?e besa?, war erschreckend und faszinierend zugleich. Nicht, dass Neil etwas dagegen gehabt h?tte, dass ebenfalls dieses Blut des Ph?nix in ihm floss… es konnte durchaus praktisch sein. Aber auf diese Art und Weise unter die Probe gestellt werden, war einfach nur… verschissenes Karma. Er konnte durchaus nicht mehr z?hlen, wie oft er geholt wurde oder wie oft er neue Methoden über sich ergehen lassen musste… aber auch er besa? eine geistige Grenze der Ausdauer, um bei Verstand zu bleiben.

  ?Erz?hle es mir“, sprach der J?ger eiskalt und als kümmerte es ihn nicht, was er ihm alles antat. Durch seinen Aufenthalt hier hatte Neil herausgefunden, dass er sich als Wissenschaftler schimpfte und jedes kleinste Detail aus seiner Kunst sch?pfen wollte. Jede Information… wo sein Rudel sich genau bekannt? Wie viele Mitglieder? War alles, was sie besa?en? Wer waren die Anführer? Wer war diese au?ergew?hnliche Kreatur mit diesem ungew?hnlichen feuerroten Fell? Immer stellte er die gleichen verfluchten Fragen und immer wieder schwieg Neil. Innerlich schnaubte er. Dachte der wirklich allen Ernstes, dass er je einen der Seinen verraten würde? Oder seine eigene Schwester aush?ndigte? Oder seine komplette Familie? Bin Arsch. Dann würde er eher draufgehen und den Tod w?hlen, als jemals die Sicherheit seines Rudelclans zu gef?hrden.

  ?Fick… dich“, knurrte Neil und lie? seinen Wolf sprechen, der direkt unter der Oberfl?che lauerte. Schei?e, dass er sich nicht verwandeln konnte, w?hrend er an diesen scharfen Ketten hing. Allein diese Entfernung von H?nden und Fü?en würde nur ein Zerrei?en hervorrufen, weil er sich nicht aus diesen Ketten l?sen konnte. W?re sonst zu einfach. Auch unterdrückte er im gewissen Ma?e seine wütende Bestie in seinem Inneren.

  Die Gesichtszüge des J?gers verwandelten sich von Frustration zu hasserfülltem, wutverzerrtem Abschaum. ?Ich habe dich gewarnt“, zischte er mit kalten, harten violetten Augen, w?hrend er nach einer Peitsche griff, die mit kleinen spitzen Dornen bestückt war. Ohne zu warten schwang er den Handgriff nach hinten, holte aus und mit voller Wucht prallte der Hieb auf seinen nackten Oberk?rper, worin sich die Dornen in seinem Fleisch verhakten. Grunzend atmete Neil ein, als der Schmerz durch seinen K?rper schoss und er sich automatisch versteifte. Mit einem Ruck riss der J?ger an der Peitsche und zog die verankerten Dornen heraus… kleine Stücke von seinem Fleisch mit zerrend. Sein warmes Blut floss sofort aus den kleinen L?chern, w?hrend er sich auf die n?chsten Hiebe gefasst machte… die mit gr??ter Garantie kommen würden. In einem stetigen Strom... Verletzung, Schmerz... Heilung... Verletzung, Schmerz... Heilung.

  Knirschend hing Neil in den Ketten, sein Haupt v?llig gesenkt, als er die unz?hlbaren Hiebe mit den Dornen nicht mehr z?hlen konnte. Sein Verstand kapselte sich langsam von den ?u?eren brutalen Einflüssen ab. Das war ein rationaler Instinkt, damit er nicht den Verstand verlor wie all die anderen, die er hier gesehen hatte. So wollte Neil auf keinen Fall enden. Immerhin hatte er noch einige Pl?ne in seinem Leben und hier würde er nicht draufgehen. Niemals… lieber würde er sich selbst seinen Schwanz abbei?en, als hier seinen Stolz zu verlieren.

  Pl?tzlich raste sein Herz in seiner Brust... eigentlich schlug es ohnehin ununterbrochen schnell, wegen der k?rperlichen Folter und des Schmerzes, den er aushalten musste. Aber… es gab einen Unterschied, als sich eine Erkenntnis in ihm breitmachte. Erst weiteten sich seine braunen Augen schmerzhaft weit und nackte, panische Angst machte sich in Neil breit, sodass er einige Schnappatmungen machen musste. Doch dann… etwas grollte in ihm auf und es platzte wie ein Schwall aus ihm heraus. Ein tiefes, erfreutes Lachen, das seinen K?rper in den eisigen Ketten zum Rasseln brachte. Sein brauner Schopf ruckte hoch, seine blutverschmierten Haare hingen baumelnd vor seinem Sichtfeld und er konnte nicht aufh?ren, weil er Schadenfreude empfand.

  ?Was lachst du so?“, fauchte der J?ger ihm gegenüber, der noch immer seine dornige Peitsche in der Hand hielt wie seinen eigenen brauchbaren Anker. Sein wei?er, dümmlicher lange Kittel voll von seinem Blut und auf seinem Gesicht verteilt, als genie?e er, es darin zu baden. ?Bist du schon… wahnsinnig geworden? Jetzt?“, murrte er entt?uscht und schwang die Peitsche erneut mit einem heftigen Schlag, was den J?ger zum Keuchen und Schwitzen brachte. Doch Neil schmunzelte in einem geh?ssigen, lachenden Ton weiter, als kümmerten ihn diese ganzen brutalen Schl?ge nichts.

  Neil fühlte es klar und deutlich... sein Wolf heulte vor Freude und unendlicher Euphorie auf. Es rauschte in seinen Ohren, als n?hme er alles andere in seiner Umgebung nicht mehr wahr. Kein Schmerz, keine Folter, keine weiteren negativen Dinge, die ihn vorher so sehr beeinflusst hatten. Es kam mit einem einzigen winzigen Schlag und tief in seinem Inneren spürte er diesen Fluss.

  Zuvor hatte Neil stets versucht, über das Rudelband Kontakt zu den anderen aufzunehmen, aber… alles war vergebens und chancenlos gewesen. Als bef?nden sich die kleinsten B?nder zu seinen Clanmitgliedern in unendlicher Ferne. Innerlich hatte er seine H?nde und jede Verzweiflung nach ihnen ausgestreckt. Weil er diese Verbindung zu ihnen brauchte. Neil war ein tief verwurzeltes soziales Wesen, das diesen k?rperlichen und emotionalen Kontakt brauchte. Er würde sonst verkümmern. Egal ob andere an seiner Seite waren, die zu seiner gleichen Art geh?rten. Es war letzten Endes nur ein banaler Trost.

  Doch jetzt… in nur einem kleinen, unverhofften Augenblick konnte Neil seine Gef?hrtin spüren. Sie war hier… irgendwo, wo auch immer das hier war. Er hatte absolut keine Ahnung, aber sein Herz hüpfte vor purer Glückseligkeit in seiner Brust, weil er endlich ein Mitglied von ihnen greifbar spüren konnte. Tief in sich drinnen und dazu seine zweite H?lfte, die ihm geh?rte und geschenkt worden war.

  Neue Kraft pulsierte durch seine Adern, sein Wolf regte sich noch st?rker unter seiner Haut, wollte sich befreien und zu seiner Seelengef?hrtin eilen. Ebenso der Mann… sie an seinen K?rper pressen, seine Arme fest um sie legen und ihren zarten, berauschenden Duft nach Lavendel einatmen. Jede einzelne Nuance an ihr wittern, solange… bis Neil seiner Sucht verfallen und abh?ngig war. Er wollte sie jagen und das gab ihm einen innerlichen Aufschub... und auch, weil er gleichzeitig unsagbar wütend auf sie war. Aye, er verstand durchaus, warum sie hierhergekommen war. Er fühlte es durch das Rudelband… sie wollte ihn holen und befreien. Shanna begab sich gleichzeitig in eine Lebensgefahr, die ihn unzufrieden machte. Wolf und Mann waren einer Meinung... sie schwankten zwischen einer Umarmung oder dem Hintern ihrer eigenen Gef?hrtin zu versohlen.

  Sofort rückte alles in den Hintergrund... jedes Wort des wütenden und tobenden J?ger vor. Jede Erniedrigung, die sein K?rper in diesem Augenblick erdulden musste. Einfach alles, w?hrend Neil seine braunen Augen schloss, sich weiterhin sein L?cheln auf seinem Gesicht ausbreitete und innerlich an das Band von Shanna zerrte. Sie spüren lie?, dass er hier war und sie fühlen konnte. Jeden kleinsten Moment ihres seins und sendete ihr unsagbare Glücksgefühle, wie seine Zuneigung und W?rme, die er für seine Gef?hrtin empfand. Auch wenn er wütend auf sie war, weil sie ihr Leben für ihn riskierte, war sie doch gleichzeitig eine emotionale Stütze für ihn und ein weiterer Aspekt, warum er nicht aufgeben durfte. Unter keinen Umst?nden. Neil wollte Shanna sehen, sie fühlen, sie riechen und sie schmecken. Endlich wollte er sich nach diesen h?llischen Schei? alles nehmen, was er von ihr bekommen konnte. Es gab kein Zurück mehr zwischen ihnen, wenn er beim n?chsten Mal vor seiner Gef?hrtin stand.

  Erneut griff Neil nach dem Rudelband zu Shanna und verfestigte die Verbindung zwischen ihnen. Sein Wolf an seiner Seite krallte sich mit seinen spirituellen Pranken darum fest. ?Erinnere mich daran, nachdem ich dich umarmt und mit Leib und Seele gefressen habe, mo àilleag, dass ich dich bestrafen werde, wenn du vor mir stehst“, sandte Neil diese Worte knurrend... aus einer Mischung aus unb?ndiger Freude und glühendem Zorn... direkt in ihren Kopf. Er konnte sie erreichen, ohne dass sie zu weit entfernt war.

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  ?Neil…“, keuchte es überrascht in seinem dr?hnenden Sch?del auf und hallte in ihm wider. Diese verführerische, zarte Stimme von Shanna jagte ihm einen wohligen Schauer durch seinen ganzen geschundenen K?rper. Wolf und Mann waren hin- und hergerissen. Allein schon, weil sich das Gefühl anfühlte, als h?tte er eine unendliche Ewigkeit nicht mehr ihre Stimme und Pr?senz gespürt. Als saugte er gerade alles in sich auf wie ein verdurstendes Tier, das verzweifelt nach Wasser schrie.

  ?Aye, mo àilleag“, brummte Neil ihr entgegen und hielt die gedankliche Verbindung allein aufrecht, weil Shanna es aus eigener Kraft noch nicht schaffte. Aber sie würde es lernen. Ohne jeden Zweifel. Sie war stark und entschlossen… eine geborene Kriegerin. Dabei empfand er es nicht als schade oder erniedrigend, wenn er in seiner schottischen Sprache immer wieder ‘meine Sch?ne‘ zu ihr sagte. In seinen glühenden, sprühenden braunen Augen war Shanna das sch?nste Gesch?pf, das er je zu Gesicht bekommen hatte. ?Du... du solltest nicht hier sein“, sprach Neil weiter in mentaler Verbindung.

  ?Das ist doch egal“, widersprach Shanna ihm im Geiste und er konnte ihren Unmut heraush?ren, was ihn innerlich anspornte. Aye, er würde ihren Hintern versohlen und dabei gro?es Vergnügen und Verlangen empfinden. ?Wo… steckst du?“, klang sie, als würde sie nebenbei etwas tun und es erforderte ihre gr??te Anstrengung, aber Neil spürte, wie sie verzweifelt den Kontakt zu ihm halten wollte.

  ?Absolut... keine Ahnung“ , sagte Neil wahrheitsgem??, weil er nicht wirklich etwas sehen konnte. ?Ich sehe nur zwei Orte und die Verbindung dazu. Der eine ist ein Raum voller silberner K?fige, die schei?e magisch sind und uns darin gefangen halten“, setzte er weiter an und gab ihr Stichw?rter. Neil war wirklich wütend auf Shanna, weil sie hier war, aber er war auch nicht dumm, ihre Kompetenzen und F?higkeiten infrage zu stellen. Immerhin steckte in ihrem Blut ebenfalls eine ausgezeichnete Kriegerin, wie in ihm. Er würde sie nie unterdrücken… nicht nach dem, was er alles auf dem Trainingsplatz seines Rudelclans von ihr gesehen hatte. Sie war nicht leichtsinnig und unvorsichtig. ?Der andere Ort scheint eine Art Labor zu sein“, erz?hlte Neil weiter, lie? aber die ganzen Foltermethoden aus. Das würde er Shanna nicht antun. ?Hier ist ein... Irrer, der nur versucht, Informationen aus mir herauszuquetschen. Genau dort... befinde ich mich gerade“, ?chzte er innerlich.

  ?Ich… ich verstehe“, antwortete Shanna nach einem Augenblick und Neil hatte eben befürchtet, sie w?re verschwunden, weil es etwas l?nger dauerte. Er wollte sie nicht bedr?ngen oder ihre Konzentration st?ren, denn er hatte absolut keine Ahnung, wo sie sich jetzt befand. Ob in einer lebensbedrohlichen Situation oder nicht. Immerhin hatte er keinen Schimmer, was dieser Ort alles beinhaltete. Nur dass sein Gespür eine tiefe Gefahr in ihm ausl?ste. ?Besitzt du eine M?glichkeit zur Flucht?“, fragte Shanna rational. Er wusste, sie tat dies nicht mit Absicht, sondern brauchte reine Informationen, weil sie nichts davon sehen konnte.

  ?Nein, diese Bastarde achten stets darauf, dass ich… oder eher gesagt, wir, nicht flüchten k?nnen. Sie schalten uns jedes Mal aus, bevor sie uns in die K?fige werfen oder uns anketten“, knurrte Neil missmutig in seinen Gedanken darüber, seine Augen noch immer geschlossen, jeden Funken seiner Umgebung ausgeblendet, w?hrend sein blutiger, schmerzender K?rper in den Ketten rasselte. Erstaunlich, was eine emotionale Verbindung zu seiner Gef?hrtin ausmachen konnte und welche Kraft das in ihm selbst weckte… war erstaunlich und in einem gigantischen Ausma? messbar.

  ?Keine Sorge… wir sind unterwegs“, entgegnete Shanna ihm atemlos in seinem Kopf, als rannte sie.

  Aber… wir?

  ?Was meinst du mit… wir ? “, musste Neil das noch wissen, weil er langsam spürte, wie er abdriftete. Sein K?rper war schon l?ngst an seinen psychischen und physischen Grenzen angekommen. Sein Verstand setzte sich immer wieder aus und als würde er bald sein Bewusstsein verlieren. Nur mit Mühe konnte er dieses Band zwischen ihnen aufrecht erhalten.

  ?Ich bin… nicht alleine“ , antwortete Shanna vorsichtig, aber ihre Stimme klang fest und unbestimmt, was sein Geist versuchte zu ergreifen. ?Meine Schwester… na ja…“ , legte sie kurz eine nachdenkliche Pause ein, als sie etwas intensiv besch?ftigt war, konnte Neil nicht greifen. Er wollte ihr so ??gerne helfen, ihr zuh?ren, war auf ihrer Seele lastete, und sie in seinen starken Armen rei?en und damit deuten, dass sie nicht alleine w?re. Ihm blieb nichts anderes übrig, als ihr dieses Gefühl zu geben... ein letzter Akt, den er noch aufbringen konnte, bevor sich endgültig seine Lichter ausknipsten. Ihre geistige Verbindung bricht sofort ab und Neil f?llt bewusstlos in die eisigen Ketten, die sich scharf in sein Fleisch gruben… unter seinem massiven Gewicht. Sein Kinn ruhte wackelnd auf seiner Brust, sein braunes helles Haar verdeckte sein blutverschmiertes Gesicht. Ohne dass er noch etwas mitbekam und die Dunkelheit ihn wie ein schwerer Mantel aus K?lte umhüllte.

  Schottisches W?rterbuch:

  Mutter: Màthair

  Vater: Athair

  Bruder: Bràthair

  Onkel: Uncail

  Gro?vater: Seanair

  Gro?mutter: seanmhair

  Meine Herzen: mo chridhe

  Liebling: A ghràidh

  Meine Liebste: mo ghràidh

  Mein Schatz: mo ghràdh

  Meine Sch?ne: mo àilleag

  Meine Tochter: mo nighean

  Meine Familie: mo teaghlach

  Mein Alles: Mo shonuachar

  Mein kleines M?dchen: Mo nighean bheag

  Meine Seelengef?hrten: mo anam cara

  Mein Herz und meine Seele: Mo chridhe ?s mo anam

  Seelenbegleiter: Anam Chompanach

  Meine Fee: Mo shìthiche

  Meine Schwester: Mo phiuthar

  Meine geliebte Schwester: Mo phiuthar ghràidh

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