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76. Emmanline/Lucien

  Kaum zu glauben, aber ihre Lungen verbrannten wie Feuer… vor Mangelm Sauerstoff. Stets, als Emmanline so frei laufen konnte, verspürte sie nie den Atem, aber jetzt umso deutlicher. Au?er Atem, der Hals trocken und brennend, rannte sie unaufh?rlich weiter. Ihr Herz schlug schmerzhaft in der Brust… wie eine schnelle Trommel. Laut und schnell. Ohne Pause. Ohne Gnade. Trotz allem konnte Emmanline nicht aufgeben. Nicht nach dem, was sie gerade in Erfahrung gebracht hatte. Nicht nach den Erinnerungen, die in ihr aufgestiegen waren. Ohne zu wissen, woher diese furchtbare Angst und Panik kam… sie wusste nur, wem sie galten.

  Ihm. Dem Drachen.

  Alles zwang Emmanline, zu ihm zu rennen. Ihn zu warnen. Etwas Schreckliches würde passieren. Etwas Furchtbares. Sie hoffte… betete sogar zu allen G?ttern… dass sie wirklich nicht zu sp?t kam. Natürlich konnte sie sich nicht sicher sein, ob es sofort geschah oder in einem anderen Zeitraum. Nur eines wusste sie... sie musste ihn warnen. Vor der Gefahr, in der er schwebte. Emmanline eilte weiter voraus, ohne sich umzublicken, ohne nach Gefahr Ausschau zu halten… die in unsagbarer N?he lauerte. Es war wahnsinnig gef?hrlich in der Dunkelheit, aber daran konnte sie nicht denken. Nicht jetzt, wenn sie diese furchtbaren Bilder vor Augen hatte.

  Au?er Atem rannte Emmanline aus dem dunklen Wald und kam auf einem riesigen, offenen Feld zum Stehen. Ja, die Nacht war hier gebrochen, aber der Vollmond, der am Himmel stand, erhellte alles in seinem silbernen Licht. Was sie hier sah, nahm ihr den letzten Atem.

  Blutrünstige Kreaturen k?mpfen ohne Erbarmen miteinander. Zerfetzten sich mit Klauen, Rissen und Bissen mit scharfen Rei?z?hnen. In menschlicher und halb- oder in tierischer Form. Der schwere Geruch von Blut hing greifbar in der Luft. Die K?mpfenden waren ein Wirrwarr aus K?rpern. Staub und Dreck verschlechterten die Sicht. Atemlos suchte Emmanline… verzweifelt lief sie am Rand hin und her, schaute weiter. Immer weiter… bis sie endlich ihr Ziel ausmacht.

  Mitten in der Schlacht stand er . Ragte über alle heraus. Seine m?chtige Pr?senz, sein tiefschwarzes, schulterlanges Haar und seine glühenden goldenen Augen, w?hrend sein K?rper voller muskul?ser Effizienz war. Wie k?nnte sie ihn übersehen? Wie machtvoll er war. Sogar machtvoll strahlte. Jedes Mal verschlug es ihr den Atem, wenn sie ihn sah… vollkommen eingenommen von ihm.

  Für einen Augenblick bemerkte Emmanline eine kleine, blitzende Bewegung au?erhalb der Schlacht. Schlagartig überschüttete Eisesk?lte ihren K?rper. Ihr Verstand wurde leer. Wie in Zeitlupe… doch ohne eine Sekunde zu misstrauisch… rannte sie los, um zu ihm zu gelangen, und schrie. Schrie, so laut sie konnte. Immer und immer wieder, bis sie heiser werden würde. Doch je mehr Emmanline versuchte, zu ihm zu kommen, nach ihm zu schreien, seine Aufmerksamkeit zu erregen… sie wusste... es war l?ngst zu sp?t. Sie würden nicht mehr rechtzeitig ankommen.

  Ein bedrohlicher gro?er Schatten stand au?erhalb des Schlachtfeldes. Den Bogen gespannte, er auf den K?nig der Drachen… versuchte, durch die k?mpfende Menge hindurch ein genaues Ziel zu erfassen.

  Nein. Nein. Nein.

  Weiter nahm Emmanline nichts mehr wahr… als pl?tzlich tiefe Dunkelheit über sie hereinbrach. Hitze. Schmerz... und ein schreckliches, lautes, m?rderisches Gebrüll in weiter Ferne. Ihre Kraft und ihre Lungen versagten ihr langsam den Dienst.

  Lucien

  Es war zu sp?t gewesen, als Lucien und Garett auf Garetts Garnison trafen. Sie hatten gehofft, rechtzeitig anzukommen, bevor eine verdammte Schlacht ausbrach. Doch zu sp?t… l?ngst waren Drachen und Lykae aufeinander losgegangen. Blutrünstige Kreaturen, wie sie waren, k?mpften sie erbarmungslos.

  ?Wir müssen sofort etwas unternehmen“, knurrte Garett.

  Lucien stimmte sofort zu, und sie stürmte in die Menge. Jeder versuchte, K?mpfende auseinanderzurei?en, befahl ihnen, aufzuh?ren. Es war verdammt schwer, sie voneinander zu trennen… immer wieder gingen welche aufeinander los. Es waren zu viele, als dass sie b?ndigen konnten. Selbst Lucien und Garett wurden angegriffen. Nun k?mpften beide Seiten nur noch erbitterter, weil ihre Anführer mitten in der Schlacht waren. Sie mussten sich beschleunigen, etwas anderes einfallen lassen. Er wusste nicht einmal, wie lange er schon hier war, als die Dunkelheit wie ein dunkler Schatten über ihn fiel.

  Zwischen all der Lautst?rke, dem Kampfgebrüll und dem Chaos nahm Lucien etwas Bekanntes wahr. Eine Stimme. Ein Gefühl, das sein Herz vor Schmerz zusammenziehen lie?.

  Nein, das kann nicht sein.

  Lucien drehte sich nach allen Seiten um, nutzte seine Gr??e, um über die Menge hinwegzublicken. Nein, es durfte nicht sein. Sie konnte doch nicht hier sein. Und doch sah er sie. Ihr wundersch?nes, schneewei?es, langes Haar, ihre grazile, schlanke Gestalt und ihre silbernen Augen. Emmanline… schreiend, rennend auf ihn zu. Einen Arm ausgestreckt, als wollte sie ihn so schnell wie m?glich erreichen. Gerade als er zu ihr eilen wollte, blieb Lucien wie angewurzelt stehen. Er h?rte etwas Unsagbares aus ihrem Mund. Sein Herz machte einen tiefen Satz und seine Augen weiteten sich noch mehr als zuvor.

  ?Lucien! Lucien! Luciiiiien!“

  Emmanline schrie seinen Namen... immer und immer wieder… ohne Unterbrechung, voller Angst und Panik. Ihre silbernen Augen sprühten regelm??ig davon. War der Krieg mit ihr geschehen? Ein Grund mehr, zu ihr zu gelangen. Immer wieder schüttelte sie verzweifelt den Kopf, der die Gefahr ausl?ste, als w?re das ein natürlicher Reflex von ihr.

  Für Augenblicke wurde Lucien abgelenkt… er musste st?ndig gegen Lykae k?mpfen. Er musste sich durcharbeiten. Jede Sekunde z?hlte, um endlich bei ihr anzukommen. Selbst ihre Namen brüllte er nun verzweifelt, befahl ihr, von hier zu verschwinden… doch nichts. Sie tat es einfach nicht und kam, ohne zu z?gern, durch das brutale, blutige Schlachtfeld. Warum hatte sie solche Panik? Solche Angst? Sein Drache tobte vor innerer Furcht.

  Erneut wurde Lucien in einen Kampf verwickelt. Er t?tete nicht… er schaltete sie nur aus. Dann geht alles viel zu schnell. So schnell… dass er nicht reagieren konnte. Danach verlief alles in Zeitlupe. Sein Herz blieb schlagartig stehen. Die Ger?usche um ihn waren belanglos, stumpf und lautlos. Entsetzen und reiner Schmerz breiteten sich in seiner Brust aus… ein Seelenschmerz, der sich wie ein Feuer durch seinen ganzen K?rper fra?.

  Nein. Nein. Nein.

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  Ein K?rper prallte gegen seine Brust… mit einer Wucht, die ihn nach hinten schleuderte. Ein gewaltiges Brüllen stieg aus seinem Kehle empor… wurde zu einem m?rderischen, qualvollen Schrei, der seine Lippen verlie?.

  ?Nein! Nein! Nein!“

  Wie eine Endlosschleife wiederholte Lucien es immer wieder.

  ?Nein. Nein. Nein.“

  Lucien wollte sich gerade wieder zu ihr umdrehen, als er… in einem winzigen Augenblick, in dem sich die Menge lichtete… einen Pfeil auf sich zuschie?en sah. Blitzschnell n?herte er sich. In letzter Sekunde warf sich Emmanline dazwischen. Die Spitze bohrte sich tief in die Mitte ihrer Brust, die Wucht riss sie nach hinten. Lucien fing sie in seinen starken Armen auf. Mit ihr zusammen sank er zitternd auf die Knie und kauerte schützend über ihr, w?hrend die Schlacht um sie herum tobte und brüllte erneut schmerzverzerrt, was sein Drache leiden lie?.

  Sein Blick richtete sich auf ihr Gesicht. Ihre sch?nen Augen waren geschlossen, ihr Atem sto?weise und flach. Langsam wanderte sein Blick ihren K?rper hinab… und blieb an dem Pfeil h?ngen, der F?ustling in ihrer Brust steckte. Tief. Blut benetzte ihre Haut, beschr?nkte ihre Kleidung. Ihr sü?er, sonniger Blutgeruch erfüllte seine Sinne.

  Es sah furchtbar aus.

  Nackte, kalte Angst und Furcht breiteten sich in ihm aus, verzerrten ihn… bis sie ihn vollkommen einnahm. Sein K?rper zitterte vor eisiger K?lte… sein Herz stockte in der Brust. Schmerzhaft schlug es… als spürte es bereits den immensen Verlust.

  ?Emmanline. Nein… das darf… nicht sein“, bebte seine Stimme leise. Lucien strich über ihr wei?es Haar, ihre Stirn, ihre Wangen… überall, wo er sie spüren konnte. Er durfte sie nicht verlieren. Sie musste bei ihm bleiben. Langsam flatterten ihre schneewei?en Wimpern. Mit verschleiertem, silbernem Blick schaute Emmanline zu ihm auf. Ihre Lippen bewegten sich kaum merklich… ein Flüstern kam darüber. ?Pssst…“, strich Lucien weiterhin beruhigend über ihr Haar. Er wusste, dass sein Gesicht vor Qual verzerrt war… genau wie er sich fühlte. ?Du… wirst bei… mir bleiben. H?rst… du mich“, befahl Lucien ihr streng, doch Emmanline schaute ihn nur voller Sanftheit an.

  ?Verr?ter… Culebra…“, kr?chzte Emmanline. Das Sprechen fiel ihr schwer.

  Sein Gesicht n?herte sich ihrem… Lucien schaute ihr tief in die Augen. ?Nicht sprechen, meine Silvahdin.“ Zum ersten Mal seit unendlich langer Zeit kamen Worte der alten Drachensprache über seine Lippen. Seit dem Tod seines Vaters hatte er sich geweigert, sie zu sprechen... ohne wirklichen Grund. Doch jetzt… jetzt konnte er es.

  Silvahdin. Seelengef?hrtin.

  Emmanline war die Seine. Und Lucien machte kein Hehl mehr daraus, was sie ihm bedeutete. Ganz offen hatte er preisgegeben, wie nah sie ihm stand… tiefer in seinem Herzen als alles andere. Seine Seelengef?hrtin.

  Leicht schüttelte Emmanline schwach den Kopf. ?Aufpassen… Gefahr… Verr?ter…“, flüsterte sie mit immer mehr Anstrengung. Lucien sah, wie schwer es ihr fiel… ihre Augen fielen immer wieder zu, w?hrend sie versuchte, ihm etwas zu sagen. Nur vereinzelte Worte schnappte er auf… trotz seines guten Geh?rs. Es durfte nicht sein. Er durfte sie nicht verlieren. Nicht jetzt, da er diese Frau endlich gefunden hatte… und akzeptiert als die Seine. Es war ihm schon l?nger bewusst gewesen, aber nie so klar und deutlich wie in diesem Augenblick. Diese Frau in seinen Armen war sein Ein und Alles. Sie war sein einziger Tod, den Lucien je im wirklichen Ausma? spüren k?nnte. Egal, auf welche Arten er sterben konnte… ihr Verlust w?re der gr??te und schmerzvollste. ?Du… raus… ich wieder…“, kamen ihre letzten Worte über die Lippen. Dann schloss Emmanline ihre Augen endgültig. Sie sackte leblos in sich zusammen. Ihr Herz holte zum letzten Schlag aus… bevor es in ihrer Brust stillstand.

  Genau da war sie… die unsagbare Leere in seinem K?rper… in seiner Seele. Ein entrissener Teil, der ihn vor Trauer und Schmerz laut aufbrüllen lie?. Lucien hatte keine Chance, als diese Welle ihn mitriss. Die Welle aus Wut und Trauer. Unbeschreibliche Stille war über ihn hereingebrochen, als Lucien aufblickte. Seine Augen glühten voller goldenem Zorn und Wut… er bebte am ganzen K?rper. Er wollte den Schuldigen finden und ihn leidvoll in tausend kleine Stücke zerrei?en.

  Das Kampfgetümmel hatte l?ngst geendet… sein Gebrüll hatte Luft und Erde zum Beben gebracht. Nichts würde vor seinem Zorn und seiner Trauer Erbarmen finden. Lucien war blind für Vernunft und Verst?ndnis. Man hatte ihm seine Seelengef?hrtin genommen. Er hatte jedes verdammte Recht auf Vergeltung. Niemand rührte je eine Silvahdin an… nicht, wenn er auf seinen eigenen Tod aus war.

  ?Wo ist derjenige?“, brüllte Lucien zornig und eiskalt… mit t?dlicher Pr?senz, sein Drache im Vordergrund. ?Ich will ihn zwischen meinen Klauen!“ Fauchte und zischte er jede Silbe voller lodernden Hasses. Da teilte sich die Menge. Ein blutüberstr?mter Mann wurde einige Meter vor ihm auf die Knie gezwungen. Sein Kopf hing vornüber, sein langes, kohlrabenschwarzes Haar verdeckte sein Gesicht, als bekannte grüne Augen aus dem schwarzen Schleier hervorblickten. Lucien stockte… konnte es nicht glauben, wen er vor sich sah. Entsetzt und schockiert zugleich starrte er auf diese Person. Sein Blick traf dann auf seinen besten Freund… Cyrills… der ihn zuerst anschaute, dann blitzschnell abwandte. Schmerz, Schuld und Verrat standen ihm ins Gesicht und in den grünen Augen geschrieben. Von seinem Krieger wandte Lucien sich wieder dem Mann zu, der vor ihm kniete. Noch immer nicht fassend… aber der Schock war überw?ltigend. Wut flackerte erneut in ihm auf… sein Drache entsetzt… seine Augen verengten sich m?rderisch. ?Bei allem, was mir heilig ist… du, Arokh?“ Es war jemand aus seinem eigenen Volk, der sich als Verr?ter entlarvt hatte. Es war Arokh… der Zwillingsbruder und das genaue Ebenbild von Cyrill. Jetzt verstand Lucien auch, warum sein bester Freund und Krieger solche Pein verspürte. Dieser Schmerz und diese Schuld galten nicht nur ihm selbst, sondern auch seinem K?nig gegenüber. ?Bringt ihn aus meinen Augen“, befahl Lucien mit eisiger, grausamer Stimme. ?Werft ihn in den Kerker… bis ich mir die Zeit für ihn nehme. Du hast dich hiermit zum Tode verurteilt, Arokh. Du wirst angeklagt, den Versuch unternommen zu haben, deinen eigenen K?nig zu t?ten… und den Angriff auf dessen Seelengef?hrtin und Frau. Deiner K?nigin… die du zu Tode gebracht hast.“ Entsetztes Luftschnappen war von allen ringsum zu h?ren. ?Dir wird kein Widerrufsrecht zugesprochen. Allein der Tod wird dich ereilen… bis nichts mehr von dir übrig bleibt.“ Luciens Urteil war gef?llt. Und niemand konnte es rückg?ngig machen. Jeder wusste, bei dieser Tat gab es kein Erbarmen. Nicht einmal sein Bruder konnte es. Selbst Cyrill wusste, was seinem Bruder bevorstand. Egal, wie schmerzhaft es enden würde.

  Bei einem letzten, hasserfüllten Blick auf den Verr?ter wusste Lucien, dass er Arokhs selbstgef?lliges Grinsen aus dem Gesicht gewischt hatte… als er das gnadenlose Urteil gef?llt hatte. Seine Rache würde grausam sein. Indem er in aller ?ffentlichkeit beteuert hatte, dass Emmanline seine vorherbestimmte Seelengef?hrtin war, hatte er die Strafe auf die h?chste Stufe gehoben. Diese Erkenntnis war schockierender als alles andere. Arokh wusste, dass es sein Tod bedeutete… aber nicht in diesem Ausma?. Es war Luciens gutes Recht nach dem Gesetz, das Urteil selbst zu w?hlen, wie er den M?rder und Verr?ter bestrafte. Selbstverst?ndlich w?hlte er die letzte aller Strafen… das Todesurteil voller Qualen.

  Endlich wurde der Verr?ter aus seinen Augen geschafft. Eine Sekunde l?nger, und er h?tte ihm hier und jetzt das Urteil vollstreckt… was nicht dramatisch genug gewesen w?re. Doch er wollte Arokh keine schnelle Erl?sung bescheren. Die hatte er nicht verdient. Keinesfalls.

  Auf Emmanline herabblickend spürte Lucien nur Trauer und Schmerz. Vor allem eine tiefe Leere in sich, die er nicht bek?mpfen konnte. Sie war verloren … und es überraschte ihn nicht, dass er so empfand. Mit einem wütenden Knurren betrachtete er den Pfeil in ihrer Brust, der noch immer tief in ihr steckte. Erneut stieg unsagbarer Zorn in ihm auf. Er griff nach dem Pfeil, riss ihn ruckartig heraus und warf ihn von sich… doch bedacht genug, ihren K?rper nicht zus?tzlich zu verletzen. Er wollte sie perfekt und rein haben, um... um sie zu trauern, wie Lucien sie sah. Nun war es so weit. Wahrhaftig trauerte er um sie.

  Blitzartig stand Lucien auf, mit ihr auf den Armen. Sein Blick war auf ihr Gesicht gerichtet… ein Gesicht, das aussah, als würde sie nur schlafen. Dem war aber nicht so. Lucien spürte hunderte Blicke auf sich… Blicke, die ihm langsam zuwider wurden. Sie sollten woanders hin glotzen. Ein t?dliches Knurren verlie? seine Lippen. Er musste sich zu ein wenig Vernunft und Klarheit besinnen. Es war zum Wohl seines Volkes. ?Zieht euch zurück“, befahl Lucien in hartem, m?rderischem Ton… ein Ton, der keine Verweigerung duldete, wenn niemand Konsequenzen wollte. ?Zurück zum Sammelpunkt und wartet auf weitere Anweisungen.“ Sofort gehorchten sie ihrem K?nig, halfen Verletzte auf und zogen sich so schnell wie m?glich zurück. Niemand würde seine Stimmungslage weiter provozieren. Lucien wandte seinen schwarzen Schopf leicht geneigt zu Garett und schaute ihn mit kalt goldenen Augen an. ?Von dir, Garett, erwarte ich, dass wir eine Vereinbarung zwischen uns finden.“

  ?Sicher“, antwortete Garett sofort ohne jegliche Umschweife.

  Ohne weitere Zeit zu verschwenden, verwandelte Lucien sich in seine tiefschwarze Drachengestalt… eine monstr?se Gr??e. Er stand regelrecht in Flammen… er konnte sich kaum noch beherrschen. Er musste von hier weg beschleunigen, bevor er noch gr??eren Schaden anrichtete. Emmanline lag behutsam und reglos in seinen Krallen. Er warf einen kurzen Blick auf sie… sorgsam und beschützend drückte er sie an seine Drachenbrust.

  Mit einem kr?ftigen Sto? schoss sein Drache sich in die Luft… auf dem Weg zurück. Nicht ins Lager, sondern ins Schloss. Lucien musste mit ihr allein sein. Er wusste… die Wucht seines Schmerzes würde erst dann richtig zum Ausbruch kommen, wenn er den Schockzustand überwunden hatte… und das würde nicht mehr lange dauern. Bevor Lucien die Selbstbeherrschung v?llig verlor, musste er so schnell wie m?glich ins Schloss zurück… in sein Gem?cher. In ihren Gem?chern.

  Allein…

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