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14. Adair

  ?Wir werden uns fügen“, erklang eine m?nnliche Stimme aus dem hinteren Raum, und Adair blickte auf, als er diese Gestalt wahrnahm. Er war einer der Katzenw?chter, der unter Alpha Tao stand. Dieser Mann hatte ebenfalls an deren Seite gek?mpft, als sie angegriffen wurden. Als einziger Krieger hatte er den Befehl erhalten, dem Rudel zu folgen und ihnen Schutz zu gew?hren. Alle anderen Krieger… die wenigen, die vom Huang-Rudel übrig geblieben waren, dienten seinem Alpha in Glasgow. Sie brauchten noch ein paar Tage, bis sie endlich zu ihnen ins Rudel kommen konnten. ?Alpha Tao hat mir den Befehl aufgetragen, dass ich unser Rudel daran erinnere, wo wir sind. Solange wir unter eurem Schutz stehen und all die Verpflegung sowie ein Dach über dem Kopf haben, sollen wir uns euch unterordnen. Solange, bis unser Alpha zu uns zurückgekehrt ist, damit neue Befehle kommen“, sprach er monoton weiter. Nebenbei zupfte er eine kleine Fee nach der anderen von seinem Oberk?rper, nur damit sie sich an seinem Rücken wieder anhaften konnten. Seine kr?ftige Statur zeichnete ihn durchaus als stark. Sein langes goldenes Haar mit schwarzen Str?hnen war auf seinem Kopf mit einem roten Band zu einem Knoten hochgebunden. Seine schwarze traditionelle Kleidung mit goldenen Verzierungen aus seiner chinesischen Heimat stach durchaus hervor und betonte seinen massigen K?rperbau. Adair roch die Katzengestalt von ihm, konnte aber nicht genau deuten, welche Rasse er angeh?rte.

  ?Wie hei?t du?“, fragte Adair ihn, als er seine Tochter auf seinem Arm auf die Hüfte verlagerte und sie ihre kleinen ?rmchen besser um ihn schlingen konnte.

  ?Jian Gao“, antwortete der Krieger und trat weiter vor und verneigte sich tief nach vorne... vor ihm sein Haupt gesenkt, was er eigentlich nicht tun müsste. Er war nicht sein Alpha. ?Wenn ihr meint, euer Rudel sei bereit für uns, dann werden wir uns eurem Clanmitgliedern einordnen.“

  Neben ihm regte sich seine kleine feurige Gef?hrtin. Ein warmes L?cheln zeichnete sich auf ihren Gesichtszügen aus. ?Aye, wir würden gerne euch integrieren, damit ihr euch frei bewegen k?nnt und euch die Angst nehmen. Auch eure Katzen wollen sicher einmal frei laufen. Das k?nnen wir nur, wenn alle sich kennenlernen und ihr euch gegenseitig an bekannte Gerüche orientiert“, sprach Sorcha sanft. Sie war unglaublich stark, weil Sorcha ihre Sorge um ihren Bruder und ihrer besten Freundin zurücksteckte. Sp?ter beschloss Adair, sich ausgiebig mit ihr zu besch?ftigen und eventuell einen Lauf vorzuschlagen. Sie beide k?nnten es durchaus gebrauchen, wenn sie ihre W?lfe freien Lauf lie?en. Da ihre Welpen noch keine vollst?ndige Verwandlung abschlie?en konnten, würde sie sp?ter mit ihnen ausgiebig Zeit verbringen, weil er dieses Risiko nicht eingehen wollte, sollte unterwegs etwas passieren.

  ?Wir dürfen wirklich… unsere Katzen unter euch W?lfen… freilassen?“, fragte ein anderes weibliches Mitglied vom Katzenrudel Huang.

  ?Selbstverst?ndlich, wir wollen euch doch nicht einsperren, sondern euch die Freiheit geben, und das haben wir auch euren Alpha zugesichert“, meinte Sorcha weiter, und erst langsam zeigten sich die ersten Mutigen, die nach vorne traten. Adair wollte sich nicht vorstellen, wie lange sie ihre Bestie in sich unterdrücken mussten, weil sie in einer Stadt gelebt hatten. Unter so vielen Menschen war das einfach schier unm?glich. Nicht immer konnten sie die wichtigsten Mitglieder zurücklassen, wenn sie den Drang verspürten, in der Wildnis zu laufen. Zu viele Risiken, aber hier bekamen sie die Chance, endlich ihrem Drang ausführlich nachzukommen. Bevor sein Tier in sich die Kontrolle übernahm. Es war wichtig für den beidseitigen Austausch und Ausgleich.

  Begeisterte Bekundungen von einigen, die kühn waren, traten weiter nach vorne. Andere z?gerten noch, und Adair konnte diese Vorsicht verstehen. Er würde genauso handeln und einem fremden Rudel nicht blind vertrauen. Egal, was sie ihm versprachen. Daher lie?en, er als Alpha, ihnen die Zeit, und es dauerte noch einige Minuten, bis jeder den Mut gesch?pft hatte, ihnen zu folgen.

  ?Erin, würdest du den Rest übernehmen? So wie wir es besprochen haben?“, sandte Adair diese Nachricht an die Gef?hrtin von Douglas.

  ?Natürlich“, meldete Erin sich sofort in seinem Kopf, als h?tte sie auf seine Nachricht gewartet. Auch für sie war es nicht leicht nach dem Anliegen des Angriffs. Erst der in Glasgow und dann der vor ihrem Wald. Immerhin befand sich ihr Gef?hrte noch in der Gefahrenzone, aber sie kontaktierten sich, so oft es ging per Telefon, damit sie wusste… ihm ging es gut. Gerade nach dem schweren Verlust, den sie erlitten hatten... sein Vater und drei weitere geliebte Mitglieder.

  Seine beiden Welpen hatten sich wieder unter den Katzenkindern geschmuggelt, und es erw?rmte sein Herz mit tiefem Stolz, wie selbstverst?ndlich Fearghas und Mhairi diese fremden Jungen in ihren Kreis aufnahmen. Sp?ter… sollten sie erwachsen sein, würden sie wundervolle Führungspositionen einnehmen oder das Rudel mit offenem und warmem Herzen bereichern. Genau das, was jeder gesunde Clan brauchte. Viele offene Herzen auf einem Fleck.

  Gemeinsam leiteten sie die wenigen Mitglieder vom Huang-Rudel ihren Weg, und sie folgten den Lichtern der kleinen Feen, die sie in den Wald führten. Die Kinder liefen teilweise spielerisch voraus und amüsierten sich mit den kichernden kleinen Wesen vor ihnen, die wie schwebende bunte Kugeln um sie herumschwirrten. Immer wieder gaben die kleinen Katzenjungen katzenhafte Ger?usche von sich, als würde ihr spielerischer Trieb geweckt. Es hinterlie? auf Adairs Gesicht ein Schmunzeln, wenn er sah, dass sie für diesen Augenblick abgelenkt und sorgenlos tobten. Die Erwachsenen hingegen waren ruhig und kundschaften die Umgebung aus.

  ?Warum sehen wir keinen von euren Clanmitgliedern?“, fragte pl?tzlich Jian argw?hnisch und drehte sich zu ihm um. Sorcha und er bildeten das Schlusslicht, weil sie so den besten überblick hatten und keiner verloren ging.

  ?Weil sie genau dort warten“, sagte Adair und deutete auf die Lichtung, die sich gerade vor ihnen ausbreitete. Vor ihnen erstreckte sich der See, den viele vom Rudel liebten. In der n?chtlichen Stille lag der See diese Nacht ruhig da. Durch Enya und die beiden Druiden hatten sie für diesen Augenblick die Winde und andere Einflüsse in einen schützenden Mantel ausgesperrt. Um den See herum standen all seine Clanmitglieder und schauten in ihre Richtung, als sie ankamen. Jeder Einzelne trug seine traditionelle Kleidung.

  ?Was… was geht hier vor?“, keuchte einer der Katzenwandler erschrocken, als sie die vielen Wolfswandler auf einem Fleck sahen und ihre Aufmerksamkeit auf sie gerichtet war. Es waren immerhin über fünfhundert Clanangeh?rige aus drei Rudeln vereint und anwesend. Das würde vermutlich jeden zurückweichen lassen. Ihre Kinder suchten die N?he und Schutz ihrer Angeh?rigen.

  ?Habt keine Angst“, erklang Sorchas warme Stimme, und sie trat nach vorne und stellte sich neben Mao, die skeptisch die Lage beobachtete. ?Alle, die hier sind, wollen an eurer Seite stehen, w?hrend ihr hier Abschied nehmt. Sowie einige es von euch bei uns getan haben. Uns ist nicht entgangen, wie einige von euch Katzenwandlern an unserer Trauerzeremonie teilgenommen haben. Jeder hier sch?tzt es sehr, und wir wollen gerne diese Geste erwidern“, sagte sie bedeutungsvoll, und ihre Augen leuchteten grün in der n?chtlichen Dunkelheit auf. Durch ihr gutes Geh?r ihrer Bestien konnte jeder die Worte von ihnen verstehen.

  ?Wie meint ihl das… Abschied nehmen?“, fragte Mao als Erstes, weil sie anscheinend nicht wirklich verstanden hatte.

  Sorchas Augen leuchteten eine unglaubliche Ruhe und Sanftheit aus, und sein Wolf brummte überw?ltigend. Die rechte Hand erhob sich, und sie blickte in seine Richtung. ?Ganz einfach. Erin?“, meinte sie, und im gleichen Augenblick gingen Erin und zwei weitere Clanmitglieder an ihm vorbei. Sie trugen zugedeckte gro?e selbstgeflochtene K?rbe, und einen reichte sie Sorcha. ?Ich habe mit eurem Alpha gesprochen, und wir haben auf tragische Weise erfahren, dass ihr schon Jahre keine eurer geliebten verlorenen Mitglieder betrauern und verabschieden konntet. Alpha Tao gestattete uns... es mit seinem Herzenswunsch, dass ihr den Abschied übernehmt. Er w?re gerne an eurer Seite in diesem Augenblick, aber durch dieses… traurige Ereignis in Glasgow ist er noch verhindert. Aber sie müssen langsam einen Weg auf die andere Seite finden“, formte Sorcha jedes ihrer Worte bedacht, als sie dann das Tuch vom Korb nahm und die ganzen Lotusblumen darin lagen… mitsamt einer kleinen Kerze in der Mitte. ?Ihr sollt sie nach euren Traditionen verabschieden.“

  Stille… absolute Stille war über den See und die Anwesenden hereingebrochen. Keiner traute sich, sich zu rühren oder ein Ger?usch zu machen. Zu wichtig war dieser Augenblick, als das erste Schniefen ert?nte. Adair sah, wie die ersten Tr?nen auf den Gesichtern der Katzenwandler rollten, und dazu die trauernden Ger?usche erklangen.

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  ?Das… das wollt ihl wilklich tun? Obwohl wil Katzenwandlel sind?“, sprach Mao heiser und rau. Tr?nen zeichneten sich in ihren grünen Katzenaugen ab, w?hrend sie eine der Lotusblumen nahm.

  ?Natürlich“, antwortete Erin, weil sie noch neben ihnen stand und sanft eine Hand auf die Schulter der alten Katzendame gelegt hatte. ?Es spielt keine Rolle, was ihr seid… oder wir. Am Ende sind wir alle gleich… wir fühlen die Trauer, den Verlust und den Schmerz gleicherma?en. Wir sind nur alle hier, damit wir euch ebenfalls die Ehre erweisen und auch für eure verlorenen Mitglieder. Ihr wart im Hintergrund ebenfalls bei uns… vor zwei Tagen. Dafür danken wir euch. Wir k?nnen natürlich auch gehen, wenn ihr es lieber unter euch die Zeremonie abhalten wollt“, l?chelte die braunhaarige W?lfin in einer gütigen Geste. Sie war eine ehemalige Luna, aber trug noch immer die Freundlichkeit und Güte in sich.

  Jian trat vor, und Adair beobachtete ihn genau, w?hrend er hinten mit seinen beiden Welpen an den H?nden dastand. Der Krieger trat auf Sorcha und Erin zu… verneigte sich einmal tief nach vorne und nahm den Korb mit den Lotusblumen entgegen. ?Habt Dank dafür und wir nehmen eure Ehrung an. Ihr alle k?nnt auch gerne bleiben und uns im Hintergrund bei der Trauerzeremonie begleiten“, sagte er nickend und verteilte die Lotusblumen an alle anwesenden Katzenwandler. Alle W?lfe traten einige Schritte zurück und gingen in den Hintergrund, w?hrend die Katzen sich auf den Abschied vorbereiteten. Jede rosa Blüte mit ihrem Licht im Inneren wurde mit einem kleinen Feuer entzündet.

  Erneute Stille kehrte ein, und kein einziger Windsto? erreichte sie. Kein Flackern der Kerze im Inneren der Lotusblumen, als sie sich dem Wasser des Sees n?herten… keine Bewegung an der Oberfl?che, als wartete er im stillen Augenblick… auf das, was kommen würde. Mao war die Erste, die ans Ufer trat und sich auf beide Knie niederlie?, die rosa Blüte mit dem erleuchteten Licht vor ihrer Brust. Sie beugte sich nach vorne, und ein paar graue Str?hnen l?sten sich aus ihrem Haarknoten, der mit zwei St?ben zusammengehalten wurde. Kaum berührten ihre Handrücken die Wasseroberfl?che… entstanden die ersten Bewegungen und Wellen, worauf die Blume behutsam abgesetzt wurde. Danach… ohne jegliches Flackern… ohne dass Adair darüber Kontrolle besa?. Maos Stimme erhob sich erst leise, bis ihre Tonlage eine angenehme Lautst?rke erreichte. Sie sang… sie sang Worte, die er nicht verstand und die die Sprache ihrer Heimat sein mussten. Worte, die für ihn keinen Sinn ergaben und doch etwas tief in ihm berührten. Der Gesang war ruhig und tief ergreifend, was seinen inneren Wolf wehmütig niederlegen und seine Ohren zucken lie?. Als wollte er nur lauschen und sich von der Melodie treiben lassen. Dann wurde es mehr… jeder, der die Lotusblumen ins Wasser legte, stimmte in diesen melodischen Gesang mit ein und ging zurück, solange alle rosa Blüten auf dem dunklen n?chtlichen Wasser trieben. Sanftes Licht spiegelte sich auf der Oberfl?che wider… was eine emotionale Stimmung hervorrief. Zum Schluss knieten alle Katzenwandler mit gesenktem Haupt nieder. Sie legten ihre Handfl?chen vor der Brust aneinander, als würden sie beten.

  Pl?tzlich musste Adair blinzeln. Nicht nur einmal… nein, vielleicht drei… vier… oder fünfmal, um genau zu verstehen, was er jetzt mit seinen eigenen Augen sehen konnte. Sein K?rper spannte sich an, sein Herzschlag wurde schneller und ihm blieb beinahe die Luft weg. Zwischen den knienden Katzenwandlern… die ihre menschliche Form besa?en… sa? nun ein gro?er wei?er Tiger mit schwarzen Streifen. Er war enorm gro?, massiv… sein Rücken im Stand müsste bis zu Adairs Hüfte reichen und sein riesiger Kopf in der H?he seiner Brust. Er war bei Weitem nicht klein mit seinen eins neunzig, doch dieses Tier überragte ihn deutlich. Adair konnte schw?ren, dass er bis eben noch nicht dagewesen war, aber nun sa? dort ein riesiger wei?er Tiger… still und ruhig.

  Adair spürte eine Berührung in seiner rechten Handfl?che und dies zog ihn aus dem Bann dieser Bestie vor ihm. Er stellte fest, dass Sorcha… die neben ihm stand… seine Hand ergriffen hatte. Ihr erging es genauso… ihre grünen Augen waren vor Schock geweitet, sie hatte sich versteift, ihr Atem ging flach und er konnte ihr schnell schlagendes Herz h?ren. Sorcha sah genau dasselbe wie er und es war keine Einbildung, wie er es vielleicht gedacht… oder erhofft hatte… weil dieser riesige Tiger eine au?ergew?hnliche Kraft verstr?mte.

  In seinem seitlichen Blickwinkel regte sich eine Bewegung, und seine eiskalten blauen Augen richteten sich darauf. Der riesige wei?e Tiger setzte sich in Bewegung, und die Tatzen des Tieres waren gro?e Pranken, die über das kurze grün-br?unliche Gras liefen. Kein Ger?usch ert?nte, als sie elegant und geschmeidig um die Katzenwandler herumgingen. Keiner reagierte auf dieses machtvolle Gesch?pf, als würde es nicht existieren... ebenso wenig wie alle seine Clanmitglieder. Waren Sorcha und er die Einzigen, die... diesen gigantischen wei?en Tiger sahen?

  Der See war nicht gro?, aber auch nicht sonderlich klein, w?hrend der wei?e Tiger am Ufer entlanglief, blickten seine grünleuchtenden Katzenaugen auf das Wasser… wo sich die vielen Lotusblumen mit ihren Lichtern wie auf magische Weise in die Mitte des Sees wanderten. Es ging kein Wind, keine Wellen… die sie h?tte dorthin tragen k?nnen. Es sah so aus, als w?ren die Bewegungen mit der anhaltenden Zeit stehen geblieben … fast so, als würden sie an einem unsichtbaren Bindfaden gezogen, w?hrend der b?ndigende sanfte Gesang der Katzenwandler fortgeführt wurde. Doch der wei?e Tiger bewegte sich lautlos und langsam vorw?rts.

  Allein diese geschmeidige Bewegung lie? das Fell in der sp?rlichen Nacht auf mysteri?se Weise gl?nzen, dazu die schwarzen Streifen, die ein wundersch?nes Muster auf dem kurzen Haarkleid des Tigers zeichneten… als w?ren sie stets lebendig und in stetiger Bewegung. Das war einzigartig… ihm fehlte die Luft zum Atmen und sein Wolf in ihm verneigte sich vor dieser g?ttlichen Kreatur.

  Adair hatte kein Gespür der Zeit mehr, seit er den wei?en Tiger mit seinen eisblauen Blicken verfolgte und sein kr?ftig gebauter K?rper wie angewurzelt auf einem Fleck stand. Als die m?chtige wei?e schwarz gestreifte Kreatur den See einmal umrundet hatte, wanderte das Tier im gem?chlichen Gang und ihr direkter katzenhafter grün leuchtender Blick auf ihn… und seine Gef?hrtin. Ohne die Augen von ihnen abzuwenden, lief sie so lange auf sie zu, bis der Tiger vor ihnen stand. Er war beinahe auf seiner eigenen Augenh?he, als er Adair umrundete und teilweise an ihn schmiegte und seinen Tigerschwanz hin und her wandern lie?, als h?tte er ein Eigenleben. Genau das tat er bei Sorcha, die stocksteif auf ihrem Platz verharrte. Keiner traute sich, einen Millimeter zu bewegen… solange bis der wei?e Tiger sich zwischen sie gedr?ngt hatte und ihre verschr?nkten Finger voneinander l?ste, sodass sie nun auf dessen weichem samtigen Fell lagen. Es fühlte sich warm und atemberaubend an… w?hrend unter ihren Handfl?chen eine Vibration zu spüren war… der Tiger schnurrte wohlig auf… was ein beruhigendes Gefühl hinterlie?.

  ?Ich danke euch“, erklang eine weiche schnurrende Frauenstimme in seinem Kopf und nun stand Adairs Herz endgültig still… ebenso sein Herz. Neben ihm h?rte er ein entsetztes Keuchen, womit Sorcha ebenfalls die Stimme wahrgenommen hatte. ?Endlich kann ich meine Kinder nach Hause holen. Habt vielen lieben Dank“, schnurrte ihre Stimme in seinem Kopf, was ihm einen warmen Schauer über seinen Rücken laufen lie?. Noch einmal rieb sie ihren riesigen schnurrenden Kopf an Adairs und Sorchas K?rper… danach machte sie zwei Schritte nach vorne und sprang über die Katzenwandler, die noch immer knieten und ihren trauernden berührenden Gesang im milden Klang summten. Dieser Tiger war kein er… sondern eine sie… eine trauernde Mutter, was Adair bei seiner Mondg?ttin vernommen hatte. Nun verstand er das Mysteri?se daran… sie war deren G?ttin... von den Katzenwandlern... ihrer Herkunft und wenn er das nun beobachtete, wie sanft sie mit ihren riesigen Tatzen und ihrem schweren Gewicht… eine absolute Eleganz besa? und wie sie auf der Oberfl?che des Wassers aufkam… keine Wellen schlugen und sich oberhalb bewegen konnte, um zu den Lotusblumen mit ihren warmen sanften Lichtern zu gelangen. Sie umkreiste noch einmal die rosa Blumen, gab ein letztes katzenhaftes Ger?usch von sich und pl?tzlich erloschen gleichzeitig die kleinen Lichter im inneren der Blüten, der sanfte Gesang und der wei?e Tiger verschwand... im Nichts.

  Jetzt, wo die erdrückende, stille, kraftvolle Macht verschwunden war, lie? Adair seinen eisblauen Blick in die Runde schweifen. Alle W?lfe schienen den Augenblick mit angehaltenem Atem und voller Aufmerksamkeit verfolgt zu haben. Allein diese andere Art von Trauerzeremonie war anders und bewegte selbst diejenigen, die emotional veranlagt waren. Die Katzenwandler erhoben sich… einer nach dem anderen, als h?tten sie von Anfang an gespürt, wann es zu Ende war und sie auch mit ihrer Melodie aufh?ren mussten. Traditionen konnten so unterschiedlich sein, aber jede war auf ihre Art beeindruckend und mitrei?end… was am Ende alles miteinander glich und verband.

  ?Oh, das war so eine mitrei?ende Trauerzeremonie“, schniefte Sorchas Gro?mutter, als sie sich vom linken Seitenrand l?ste und mit ihrem Gef?hrten Fergus angelaufen kam, gefolgt von den Eltern seiner Gef?hrtin. ?Wirklich bezaubernd“, sagte Rhona nickend. ?Mein Name ist Rhona MacKenna, ich bin die Granny von Sorcha“, sprach sie weiter und blieb mit ihrem Gehstock vor Mao stehen.

  Die grünen Augen von Mao leuchteten wissend auf. ?Oh, die Glanny… ja, ich velstehe. Mein Name ist Mao, ich bin die Glanny von Mei-Lin hiel“, sagte sie l?chelnd und hatte eine Hand auf die Schulter ihrer Enkelin gelegt.

  ?Das…“, keuchte Rhona entzückt auf. ?Deine Aussprache ist wirklich… einmalig“, gluckste sie und schlang einen Arm um ihren Arm. ?Wir zwei Grannys gehen jetzt einen sch?nen hei?en Tee trinken und genie?en das gute essen“, sagte sie lachend und zog Mao mit sich, als sie von dannen zogen. Immerhin hatten die W?lfe alles für die Versorgung nach der Zeremonie gesorgt. Auch, damit sie alle zusammen kamen und sich kennenlernten. Jeder kam n?her und bezog jeden Katzenwandler ein… sowie die Welpen unter den Katzenjungen, die sie energisch motivierten. All das nahm seinen dazugeh?rigen Lauf…

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